Google plus Motorola: Treibt der Deal Samsung & HTC ins Windows-Lager?

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Der plötzliche Verkauf der Motorola-Sparte könnte Microsoft zum Vorteil gereichen. Branchenbeobachter glauben, dass bisherige Android-Nutzer wie Samsung und HTC nun bewusst anders entscheiden.

Google schockte gestern den Markt durch den überraschenden Kauf von Motorola Mobility (wir berichteten). Mit dem 12,5-Milliarden-Dollar-Deal zielt der Webkonzern zwar eher auf die vielen Mobilfunk-Patente des US-Veterans ab, doch trotzdem wird damit de facto ein Android-Schwergewicht geschaffen. Das wiederum könnte bisherige Anhänger des Google-OS wie Samsung oder HTC dazu bringen, ihre Strategie zu überdenken. IDC-Analyst Francisco Jeronimo jedenfalls glaubt, dass die finanziellen Ressourcen der Kalifornier dem Hersteller Motorola ungeahnten Rückenwind verschaffe, was bisherigen Motorola-Konkurrenten den Geschmack an Android verleiden könnte. Jeronimo sieht bereits Microsoft mit Windows Phone als indirekten Nutznießer der Firmenübernahme.

»Durch den Kauf wird Google jetzt direkter Konkurrent von Anbietern wie HTC, LG, Samsung und Sony Ericsson. Das könnte sich negativ auf den Rückhalt der Android-Plattform auswirken«, glaubt Jeronimo. Dagegen spricht allerdings die frische Aussage von Pete Chou, CEO von HTC: »Wir begrüßen diesen Schritt, zeigt er doch, dass Google bereit ist, Android und damit auch seine Partner und das ganze Ökosystem der Plattform zu verteidigen.« Die Manager von Sony Ericsson und LG begrüßten ebenfalls den strategischen Schritt des Android-Machers. Etwas differenzierter beurteilt Patent-Experte Florian Mueller die Vorgänge: »Microsoft hatte Motorola verklagt, ohne besonders beeindruckt von deren Patent-Portfolio zu sein. Und auch zwischen Apple und Motorola gab es in der gleichen Zeit juristische Auseinandersetzungen. Ich würde also den Wert der Motorola-Patente nicht überschätzen«, argumentiert Mueller.