Überraschung: Google kauft sich mal eben Motorola

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Um die Kleinigkeit von 12,5 Milliarden Dollar musste der Webkonzern seine Portokasse erleichtern. Dafür gibt es den Mobilfunkveteran aus eigenem Lande, komplett mit allen Patenten.

Schon Investor Carl Icahn drängte Motorola seit einiger Zeit, die vielen Patente des Hauses zu versilbern. Das hat der US-Hersteller nun getan – und auch gleich noch seine Mobilfunksparte mit auf den Tisch gelegt. Damit ist Google nun ernsthafter Hersteller von Handys und Smartphones. Viele davon laufen ohnehin schon unter dem eigenen Mobil-OS Android. Motorola soll unter eigener Markenflagge und als separate Geschäftssparte weitergeführt werden. Der 12,5-Milliarden-Deal bedarf natürlich noch diverser Zustimmungen (Aufsichtsräte, Aktionäre, Kartellbehörde) und dürfte, falls alles gut geht, erst zum Jahreswechsel herum abgeschlossen sein.

Google betonte in diesem Zusammenhang, dass es gar nicht ihr primäres Ziel gewesen sei, unbedingt zum Mitspieler im Hardware-Markt zu werden. Strategisch sei man eher an dem wertvollen Fundus an Motorola-Patenten interessiert, da der Handy-Erfinder hier natürlich über eine der stärksten rechtlichen Ausgangspositionen im Markt verfügt. Damit könne vor allem das mobile Betriebssystem Android deutlich besser gegen die vielen juristischen Anfechtungen der jüngsten Zeit verteidigt werden. Google selbst besitzt in diesem Feld nämlich nur wenige Patente. Außerdem lenkt Google mit diesem strategischen Schritt das Feuer weg von den vielen Partnernfirmen, die Android einsetzen. Nun kann sich Google mit Motorolas Patenten im Gepäck direkt dem gerichtlichen Kampf gegen Apple und Microsoft stellen.

»Die Übernahme von Motorola wird uns erlauben, Android besser im Markt zu schützen, insbesondere gegen die Angriffe von Microsoft, Apple und Konsorten«, bekräftigt Google-Mitbegründer und CEO Larry Page. Neulich erst hatte sich Google in einem ähnlichen Manöver einen Sack von IBM-Patenten gesichert (wir berichteten)
Durch die Übernahme dürfte außerdem Motorolas so oft gescholtene Politik, eigene Varianten von Android zu schnitzen, zu einem Ende kommen. Statt dessen wird die Marke sicherlich künftig zum Vorzeige-Android-Träger mit den aktuellsten Neuigkeiten aus den Google-Entwicklungslabors.