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Studie: Facebook wird langweilig

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Eine aktuelle Studie des Marktforschungsunternehmens Gartner behauptet, dass bei vielen Nutzern die Begeisterung für Facebook und Co. abnimmt. Das ist ein Problem für Unternehmen, die ihre potenziellen Kunden über die soziale Netzwerke erreichen wollen.

Die Marktforscher von Gartner sehen offenbar erste Zeichen, dass der Trend zur Social Media abflaut. Nach einer aktuellen Umfrage unter mehr als 6000 Befragten kommen die Gartner-Analysten zu dem Schluss, dass Anwender aus »bestimmten Segmenten« Anzeichen von »Social-Media-Müdigkeit« erkennen lassen.

Die Anwender wurden gefragt, wie sie Social Media-Seiten nutzen und welche Ansichten sie über Facebook und Co. hegen.

Early Adopter langweilen sich

Immerhin 24 Prozent der Befragten gaben an, dass sie soziale Netzwerke weniger als früher nutzen. Diese Antwort gaben laut Gartner vor allem solche Nutzertypen, die einen eher pragmatischen Zugang zur Technologie haben oder zu den so genannten Early Adoptern zählen. 31 Prozent dieser Zielgruppe gaben an, dass Facebook sie mittlerweile langweilt.

Unternehmen präsentieren sich in Facebook

Für IT-Unternehmen haben diese Zahlen besondere Bedeutung. Schließlich ist es gerade diese Zielgruppe, die auch als Käufer für ihre Produkte oder Dienstleistungen infrage kommen.

Seit Jahren erzählen Berater und Werbeagenturen den Managern, sie müssten unbedingt bei Facebook Präsenz zeigen, um technikaffine Zielgruppen zu erreichen. Sollten sich aber genau diese Zielgruppen anfangen, in Facebook zu langweilen oder soziale Netzwerke nur noch zum schnellen Austausch von Botschaften nutzen, wird der Aufwand, den Unternehmen in Facebook treiben, ziemlich sinnlos.

Das Image auffrischen

Gartner empfiehlt allerdings nicht, sich aus Facebook zurückzuziehen, sondern ganz im Gegenteil, die Anstrengungen zu verdoppeln. Unternehmen sollten das Markenimage ständig »frisch« zu halten, damit es die Aufmerksamkeit der Nutzer fängt. Schließlich sei die neue Generation der Consumer rastlos und hätte eine sehr kurze Aufmerksamkeitsspanne. Da sei auf Seiten der Markenanbieter eine Menge Kreativität nötig.

Ein Faktor beim Social-Media-Frust ist offensichtlich das Thema Privatsphäre. 33 Prozent der Befragten machten sich Sorgen um ihre persönlichen Daten im sozialen Netzwerk. Bei den Teenagern war es immerhin noch 22 Prozent.

Teenager lieben Facebook immer noch

Allerdings bemüht sich Gartner den Eindruck zu vermeiden, es gebe eine echte Flaute oder gar einen Abwärtstrend bei Facebook. So mache Facebook Fortschritte in Ländern, in denen das Netzwerk bisher noch nicht so stark war. Das Netzwerk hat nach eigenen Angaben derzeit mehr als 750 Millionen aktive Nutzer (Stand Juli 2011).

Gartner-Analystin Charlotte Patrick (principal research analyst) fasst das Ergebnis mit folgenden Worten zusammen: »Insgesamt hat unsere Untersuchung die fortwährende Begeisterung für soziale Medien bestätigt.« 37 Prozent der Befragten, darunter vor allem Teenager, haben geantwortet, dass sie Facebook stärker als früher nutzen.

Gartner hat 6295 Anwender im Alter zwischen 13 und 74 befragt. Die Befragten kamen aus elf verschiedenen Märkten, darunter sowohl entwickelte als auch sich entwickelnden Märkte, wie es im Wirtschafts-Jargon heißt.