Rechenzentren sind sparsamer als gedacht

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Der Stromverbrauch von Rechenzentren steigt weniger stark an als gedacht. Die Ursache hierfür liegt aber offenbar nicht im Einsatz besonders energieeffizienter Hardware.

Die Wirtschafts- und Finanzkrise der letzten Jahre war für viele Unternehmen, Privatleute und Staaten eine schwere Belastung, doch unter all den Verlierern gab es auch einen Gewinner – die Umwelt. Denn der Stromverbrauch vieler Rechenzentren ist in den letzten Jahren viel weniger gestiegen als vorhergesagt. Damit dürfte auch der Anstieg der durch IT verursachten CO2-Emissionen geringer ausgefallen sein als befürchtet.

Energieverbrauch steigt nur um 56 Prozent

In konkreten Zahlen liest sich das so: Der durch Rechenzentren weltweit verursachte Stromverbrauch ist in den Jahren 2005 bis 2010 um etwa 56 Prozent gestiegen. Im Hightech-Land USA ist der Stromverbrauch der Rechenzentren nur um 36 Prozent gestiegen.

Ausgerechnet hat das Jonathan Koomey, ein beratender Professor an der renommierten US-Universität Stanford.

Das Überraschende an diesen Zahlen ist, dass Experten ursprünglich mit einer Verdoppelung der Energieaufnahme gerechnet hatten. Denn im Zeitraum von 2000 bis 2005 hatte sich der Stromverbrauch der Rechenzentren verdoppelt. Vor allem der Boom bei speicherintensiven Anwendungen wie webbasierten Video-, Musik- oder Fotodiensten trägt zur Belastung der Datenzentren bei.

Daraufhin hatte die US-amerikanische Umweltschutzbehörde EPA (Environmental Protection Agency) für die Jahre 2005 bis 2010 erneut eine Verdoppelung des Energieverbrauchs prognostiziert.

Weniger Server wegen der Krise

Daraus wurde nichts. Dank Wirtschaftskrise ist der Stromverbrauch nur um die besagten 56 Prozent gestiegen. Krisenbedingt wurden in Rechenzentren weniger neue Server eingestellt und in Betrieb genommen als erwartet.

Die viel beschworene Senkung des Stromverbrauchs durch verbesserte Effizienz der IT-Hardware hat bisher noch nicht so recht durchgeschlagen. Das dürfte sich in den kommenden Jahren ändern, da viele Rechenzentren gerade in den letzten zwei Jahren in neue Strom sparende Technik investiert haben.

Zudem glaubt Stanford-Professor Koomey, dass Cloud Computing zur Senkung des Stromverbrauchs beitragen wird, da die höhere Auslastung der Server und die damit einhergehende Optimierung der IT-Hardware in Rechenzentren für höhere Energieeffizienz sorgt.

Jonathan Koomey, beratender Professor an der Universität Stanford, hat die Daten zum Stromverbrauch der Rechenzentren gesammelt und ausgewertet. (Foto: Grigorie Photography)

Google verbraucht weniger als ein Prozent

Auch sonst hat Koomey einige interessante Zahlen vorgestellt. So beanspruchten Rechenzentren im Jahr 2010 weltweit etwa zwischen 1,1 und 1,5 Prozent der gesamten Energieaufnahme. In den USA waren es zwischen 1,7 und 2,2 Prozent.

Erstmals gibt es auch eine Zahl, die den Energieverbrauch von Googles Rechenzentren beziffert. Demnach macht der Stromverbrauch von Googles Rechenzentren weniger als ein Prozent des Gesamtverbrauchs aller Datenzentren weltweit aus. Das zumindest geht aus den Daten hervor, die Google Koomey für seine Studie geliefert hat.

Der komplette Report ist auf der Webseite von Koomey nachzulesen.