Lenovo übernimmt Mehrheit bei Medion

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Die Übernahme des Technik-Unternehmens Medion durch den chinesischen IT-Giganten Lenovo ist einen großen Schritt weiter. Lenovo hat mehr als 51 Prozent der Aktien übernommen.

Was für ein ungleiches Paar. Der eine verkauft mit Klavierlack aufgehübschte PCs und Notebooks beim Lebensmittel-Discounter. Der andere ist der viertgrößte PC-Hersteller der Welt und verkauft weltweit hochwertige Notebooks, PCs und Server an Geschäftsleute.

Das könnte eigentlich so bleiben, aber Lenovo will unbedingt auch auf dem Consumermarkt in Deutschland und Westeuropa Fuß fassen. Zwar sind die Chinesen hier mit Angeboten für Endanwender durchaus vertreten, vor allem mit Notebooks und Netbooks, aber so richtig gezündet hat das Consumergeschäft hierzulande wohl noch nicht.

Medion erscheint hier als idealer Partner, zumal dieser auch außerhalb des PC-Geschäfts mit Digicams, Navis und Fernsehern aktiv ist. Deshalb will Lenovo das vor 25 Jahren in Essen gegründete Unternehmen jetzt übernehmen – und das scheint auch zu klappen.

 

Auch nach der Übernahme durch Lenovo soll der bekannte Markenname Medion erhalten bleiben.

 

Einigung mit Medion-Gründer

Der IT-Riese hat gerade eine Erklärung herausgegeben, wonach der Aktienkaufvertrag mit Medion vollzogen sei. Die Einigung kam mit Gerd Brachmann, dem Mehrheitsaktionär, Gründer und Vorstandsvorsitzenden von Medion zustande.

Auch das Aktienpaket von Orbis Investment Management Limited, bisher zweitgrößter Medion-Teilhaber, ist nun in Lenovos Händen, genauer gesagt, dessen deutscher Tochtergesellschaft Lenovo Germany Holding GmbH.

Damit hält Lenovo nun über 51 Prozent des Grundkapitals der Medion AG und kann somit die Geschicke des deutschen Technik-Anbieters bestimmen. Der gut eingeführte Markenname Medion soll erhalten bleiben.

Konkurrenz durch Acer und HP

Die Einigung kam ziemlich schnell zustande. Erst Anfang Juni hatte Lenovo sein Interesse an Medion bekundet (ITespresso berichtete) und auch gleich ein entsprechendes Angebot vorgelegt. Vorstand und Aufsichtsrat bei Medion hatten das Angebot für gut befunden und den Aktionären empfohlen, es anzunehmen.

Am 20. Juni hatte man den geplanten Deal auch bei der EU-Wettbewerbskommission zur Prüfung vorgelegt. Dieser wurde nach der EU-Fusionskontrollverordnung genehmigt.

Die Kommission war zu dem Schluss gekommen, dass »die gemeinsamen Marktanteile von Lenovo und Medion allgemein relativ gering sind und es in diesen Bereichen weiterhin mehrere starke Wettbewerber geben wird«. Gemeint sind vor allem Konkurrenten wie Acer, Asus oder HP.

Diese dürfen sich jetzt auf einen starken Konkurrenten auf dem europäischen Consumermarkt einstellen.