Trend Micro: Kopfgelder auf Virenschreiber sind nicht hoch genug

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Derzeit jagt Microsoft die Hintermänner des Rustock-Botnets und hat zu diesem Zweck auch ein Kopfgeld ausgelobt. Dass dieses Vorgehen erfolgreich ist, hält man bei Trend Micro für unwahrscheinlich – die Summe von 250 00 Dollar sei einfach zu gering.

Hinweise zur Überführung der Täter könnten nur Insider liefern, erklärt Günter Untucht, Justiziar bei Trend Micro. Denn anders als bei Verbrechen in der realen Welt ist es bei Online-Verbrechen relativ selten, dass Unbeteiligte etwas von kriminellen Handlungen und den damit in Zusammenhang stehenden Aktionen mitbekommen. Für einen Insider seien die gebotenen Summen jedoch zu gering, so Untucht, könnte das Auspacken doch für sie auch gefährlich werden. Daher plädiert er dafür, die Prämien deutlich aufzustocken und eine Kronzeugenregelung einzuführen, um das Leben der Tippgeber und ihrer Angehörigen zu schützen. Nur so gäbe es für sie einen Anreiz, ihre Untergrundkarriere zu beenden.

In der jetzigen Höhe sei der Anreiz der Kopfgelder zu gering. »In der Tat ist es meines Wissens nur wenige Male gelungen, auf dem Weg der Kopfgeldprämie Cyberkriminelle zu erwischen«, sagt Untucht. 2005 hätten sich beispielsweise zwei Personen die 250 000 Dollar geteilt, die auf den Kopf des Sasser-Autors ausgesetzt waren.