Analyse: Nur 7 Prozent der SAP-Kunden nutzen Business Objects

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Eine Untersuchung in Großbritannien fand heraus, dass kaum ein Unternehmenskunde des deutschen Softwarehauses die Business-Intelligence-Produkte der Tochtermarke anfasst.

Einige Experten schreiben die Business Intelligence (BI) ohnehin schon als aussterbende Dinosaurier ab und räumen ihnen keine große Zukunftschance ein (wir berichteten), andere hegen Zweifel, ob der teure Zukauf des französischen BI-Spezialisten Business Objects sich überhaupt für SAP jemals auszahlt. Diesem Argument gibt die jüngste Studie der britischen SAP-Nutzergruppe UKIUG gerade Rückenwind, denn laut der Untersuchung von 200 SAP-Firmenkunden nutzen nur besagte 7 Prozent auch ein BI-Produkt von BO.

»Da muss SAP noch einiges an Überzeugungsarbeit leisten, bevor mehr Kunden sich für das BI-Flaggschiff des Hauses entscheiden«, resümiert UKIUG-Vorstand Alan Bowling. Er glaubt sogar, dass viele Firmen Business Objects nicht einmal unbedingt als SAP-Firma wahrgenommen haben und daher auch den Vorteil einer Software-Kombi gar nicht kennen. »Diese dem Kunden nahe zu bringen, wird SAP noch viel Arbeit kosten«, schätzt Bowling. Das dürfte nicht leicht sein, denn SAP versprach entsprechende Aktivitäten im vorigen Jahr – offensichtlich bislang ohne großen Effekt.

Die UK-Analyse fand noch heraus, dass Zweidrittel der Kunden bereits auf die Version ERP 6.0 upgedatet haben, während 22 Prozent der älteren Plattform R3 4.7 treu bleiben. Bowling zeigte sich positiv überrascht von der hohen Upgrade-Quote, denn der Umstieg sei schon eine größere Maßnahme für viele IT-Abteilungen. Aber die von SAP versprochene zukünftige Kostenersparnis durch das Lizenzmodell sei einfach zu verlockend gewesen.