Outsourcing-Markt schrumpft seit sechs Monaten

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Obwohl einige Märkte im asiatisch-pazifischen Raum noch Zuwächse verzeichnen können, gaben die weltweiten Outsourcing-Umsätze jüngst um 18 Prozent nach.

Den beunruhigenden Negativtrend melden die Marktforscher der Beratungs- und Datenauswertungsfirma TPI Information Service Group. Laut deren Auswertung lagen die globalen Outsourcing-Umsätze im zweiten Quartal bei 16,4 Milliarden Dollar. Das Minus sei auf die schwache IT-Nachfrage auf den amerikanischen Kontinenten zurückzuführen, wo vor allem einige der ganz großen Kontrakte ausliefen. So erreichten von Feuerland bis Alaska alle Outsourcing-Kontrakte nur noch einen TCV-Wert (Total Contract Value) in Höhe von 51 Prozent des Vorjahreswert, erzählt TPI-Präsident John Keppel in einer Telefonkonferenz. Damit wurden in dieser Region rund eine halbe Milliarde Dollar weniger Geld in Outsourcing-Projekte gesteckt als üblich. Die absolute Zahl der Kontrakte ging dabei nur um 1 Prozent zurück.
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Den Amerika-Rückgang konnte die asiatisch-pazifische Region weitgehend ausgleichen, denn hier gab es im Vergleich zum Vorjahr einen Wachstumsschub von 55 Prozent. Laut dem globalen TPI-Index kamen Europa, der Mittlere Osten und Afrika (EMEA-Region) immerhin auch auf ein Wachstum, welches mit 13 Prozent etwas bescheidener ausnimmt.

TPI registriert übrigens alle weltweiten Outsourcing-Verträge, die ein Minimalvolumen von 25 Millionen Dollar besitzen. Bei der Auswertung stellten die Branchenbeobachter fest, dass nicht nur Neukunden und Neuverträge für das momentane Wachstum in Eurasien sorgten: Fast ein Drittel legten jene Altkunden zu, die ihre Verträge verlängerten, ausweiteten und umstrukturierten.

Die klassischen Outsourcing-Adressen litten nicht unter dem globalen Minus, denn indische IT-Dienstleister wie Tata Consultancy Services (TCS) oder Infosys meldeten jüngst wachsende Gewinne und starke Umsatzentwicklungen. Allein TCS setzte im vergangenen Quartal 2,4 Milliarden Dollar um, 34,4 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Infosys hat ein Plus von 23 Prozent vorzuweisen und nahm im zweiten Quartal 1,7 Milliarden ein. »Die hiesigen Service-Provider haben ihren Marktanteil ausbauen können. Hier gehen auch viele jener Kontrakte hin, die unter unserer Messschwelle von 25 Millionen liegen«, berichtet Siddharth Pai, Managing.Direktor von TPI India. Neukunden seien vor allem chinesische und europäische Firmen. Er geht davon aus, dass der amerikanische Anteil am Geschäft weiter rückläufig sein wird.