Microsoft: Windows wird zum Problemkind

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Zwar konnte Microsoft das zweite Quartal 2011 mit einem Rekordumsatz abschließen, doch ausgerechnet Windows schwächelt. Während sich alle anderen Geschäftsbereiche über Zuwächse freuen durften, ging ausgerechnet der Umsatz beim Vorzeigeprodukt zurück.

Die Windows-Sparte, in der auch die Windows Live-Dienste beheimatet sind, leidet derzeit unter dem allgemein schwachen PC-Markt und musste einen Umsatzrückgang um 1 Prozent auf 4,7 Milliarden Dollar verkraften. Damit bleibt sie Microsofts zweitgrößter Umsatzbringer, kann sich aber nur knapp vor der Server-Sparte behaupten, die um 12 Prozent auf 4,6 Milliarden Dollar zulegen konnte.

Den meisten Umsatz steuert weiterhin die Business-Division mit MS Office und den Dynamics-Produkten bei. Ihr Umsatz wuchs um 7 Prozent auf knapp 5,8 Milliarden Dollar. Microsoft hob vor allem die guten Verkäufe von Office 2010 hervor, das mit bislang 100 Millionen Lizenzen die Office-Version sei, die sich am schnellsten verkaufe. Zudem sieht man sich durch den Start von Office 365 auch für die Zukunft gut aufgestellt.

Gute Nachrichten gibt es auch von Microsofts Entertainment-Sparte zu vermelden, die nicht nur ihren Umsatz um 30 Prozent auf fast 1,5 Milliarden Dollar steigern konnte, sondern auch die Verlustzone verließ und einen, wenn auch kleinen, operativen Gewinn von 32 Millionen Dollar verbuchte. Xbox, Kinect und Xbox-Live sind laut Microsoft dafür verantwortlich, das sich zum Beitrag von Windows Mobile, ebenfalls in der Entertainment-Sparte angesiedelt, ausschwieg.

Zu guter Letzt konnte auch die Online Services Division ein Umsatzwachstum von 17 Prozent auf 662 Millionen Dollar verzeichnen, weitete allerdings den operativen Verlust auf 728 Millionen Dollar aus.

Alles in allem bedeutete das für Microsoft im zweiten Quartal ein Umsatzplus von 8 Prozent, was sich bescheiden ausnimmt gegen Apple, das seinen Umsatz um mehr als 80 Prozent steigern konnte. Dennoch reicht es auch für Microsoft zu einem neuen Rekordquartal, denn 17,37 Millionen Dollar hatte man zuvor noch in keinem anderen Quartal eingenommen. Der Nettogewinn stieg um 30 Prozent auf 5,87 Milliarden Dollar. »Mit unseren Investments in Plattformen und Cloud sind wird auch langfristig gut aufgestellt«, blickte Microsofts Finanzchef Peter Klein optimistisch in die Zukunft.