IDC: Ökonomische Entwicklung gefährdet Halbleiterumsätze

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Zwar dürften die weltweiten Geschäfte mit Chips im nächsten Jahr noch zulegen können, aber mit gebremsten Schaum. Die Amerikaner sehen ein unsicheres Wirtschaftsumfeld.

Die Marktforscher von IDC sind nicht allzu euphorisch, wenn es um die Zukunftsaussichten des Halbleitermarktes geht. In ihrer gestern veröffentlichten Prognose gehen sie für nächstes Jahr von einem weltweiten 5-Prozent-Wachstum aus. Das sei eine Verlangsamung, denn 2011 könne wohl mit einem Plus von 9 Prozent abgeschlossen werden. Für das laufende Jahr sieht IDC Chipumsätze in Höhe von 303 Milliarden Dollar.

Für den Dämpfer in den Aussichten sorge vor allem Nordamerika, denn die hohe Arbeitslosigkeit, die politisch unklaren Aussichten und das nachlassende Wachstumstempo in Europa trüben die Aussichten ein. Wachstumsmärkte wie Indien, China oder Brasilien kämpfen dagegen mit ihrer Angst vor Inflation, meint Mali Venkatesan, IDCs Branchenbeobachter für die Halbleiter.

Zu einem moderaten Wachstum komme es in 2012 überhaupt nur, wenn Teilbranchen wie Smartphones, Tablets, Settop-Boxen und Infotainment-Systeme weiterhin boomen. In diesen Geräten werden überwiegend Chips von Intel, ARM und MIPS verbaut sein, schätzt IDC. Dem PC-Markt wird ein leichtes Wachstum unterstellt. Firmen-Notebooks sind oft so alt, dass sie bald ersetzt werden müssten. Außerdem dürfte mancher alte Desktop gegen ein neuen Win-7-System ausgetauscht werden. So schaffe es das PC-Segment in Summe, für 40 Prozent aller Halbleiterumsätze zu sorgen. Für die Vorhersage hat die Marktanalyse über 100 Halbleiterhersteller abgeklopft.