Wissenschaftler: Provider tun zu wenig gegen das Cyber-Stalking

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Die University of Bedfordshir wirft den Mobilfunk- und Internet Service Providern (ISPs) sowie den Betreibern der sozialen Netze vor, die Stalking-Opfer hängen zu lassen.

In der britischen Uni-Studie (PDF-Dokument) wurden jene Menschen befragt, die unter Cyber-Stalking zu leiden hatten. Ein Drittel der Betroffenen habe sich allein gelassen gefühlt, da ihre Provider ihnen nicht helfen wollten und keine Anstalten machten, gegen den Cyber-Stalker vorzugehen.

Carsten Maple, Co-Direktor der Studie, sieht aber insbesondere die ISPs in der Pflicht. Sie müssten entsprechende verletzende Inhalte beseitigen, während Mobilfunkprovider die Anrufe von Stalkern blockieren sollten, wenn ein Kunde sie darum bitte. Das machen schließlich die Festnetz-Anbieter schon lange.

»Die Mobilfunkanbieter reden sich heraus und verweisen auf die Hersteller des jeweiligen Mobiltelefons. Spezifische Nummern zu blockieren sei im Netz zu schwierig, reden sie sich heraus«, kritisiert Maple. Ähnlich sehe es oft im Internet aus, wo unangenehme Zeitgenossen tonnenweise übles Zeug schreiben und Zielpersonen damit diskreditieren können, ohne dass der Host etwas unternimmt, ob Löschungen oder Account-Blockade. Zwar hätten zumindest die sozialen Netze Funktionen eingebaut, damit Kunden entsprechende Vorkommnisse melden können, doch das ganze Verfahren sei inadäquat und schütze die Opfer nicht, kritisiert der Studienleiter weiter. Oder die mögliche Vorgehensweise, um Stalkern den Zugriff auf bestimmte Profilinformationen zu verwehren, sei den Nutzern einfach nicht vermittelt worden.

»Die Befragten in der Studie sind jedenfalls einhellig der Meinung, dass die sozialen Seiten mehr tun sollten, um ihre Kunden zu schützen und ihnen im Falle des Falles aktiv zu helfen«, berichtet Maple.
»Opfer von Cyber Stalking wissen außerdem nicht, welche Behörden für sie zuständig sind, an wen sie sich wenden können«. Die Studie warnt abschließend vor den psychologischen Folgen, die ein massenhaftes Stalking in ganzen Bevölkerungsgruppen auslösen könnte. Für den Einzelnen sei es ähnlich traumatisch wie ein sexueller Angriff oder ein Bombenattentat, betonen die Forscher.