Wird Android zur Goldgrube für Microsoft?

Microsoft versucht derzeit ein Lizenzabkommen mit Samsung abzuschließen, das dem Software-Konzern 15 Dollar pro Android-Gerät bescheren könnte. Ähnlich Deals hat man auch mit anderen Herstellern oder ist dabei, sie auszuhandeln. Auf diese Weise würde Microsoft weit stärker vom Android-Boom profitieren als bislang.

von Daniel Dubsky 1

Der Erfolg von Android, das nach Prognosen von IDC noch in diesem Jahr einen Marktanteil von 40 Prozent bei Smartphones erreichen soll, weckt Begehrlichkeiten. So will nicht nur Oracle eine Milliardensumme von Google erstreiten, sondern auch Microsoft möchte mitverdienen. Der Software-Konzern hält verschiedene Patente, die auch in Android zum Einsatz kommen und verstärkt seine Bemühungen, diese zu Geld zu machen. Bereits im vergangenen Frühling handelte man eine Lizenzvereinbarung mit HTC aus und erhöhte den Druck auf Acer und Asus.

Nun ist Samsung dran, das auf dem westeuropäischen Handy-Markt erst vor kurzem Nokia entthronte und vor allem mit seiner Galaxy-Reihe sehr gute Verkaufszahlen erreicht. Der südkoreanische Hersteller soll 15 Dollar pro Android-Gerät zahlen, so die Forderungen Microsofts, und ist prinzipiell auch nicht abgeneigt, sich enger an Microsoft zu binden, würde die Zahlungen jedoch gerne auf 10 Dollar drücken. Selbst das würde Millionen Dollar in Microsofts Kasse spülen, wenn man berücksichtigt, dass sich allein das Galaxy S II binnen 55 Tagen drei Millionen Mal verkaufte.

Bildergalerie Samsung Galaxy S II

Damit stehen die Chancen gut, dass Android nicht nur für Google und die Hersteller von Android-Geräten zu einem guten Geschäft wird, sondern auch für Microsoft. Zumal die Ansprüche des Software-Konzerns durchaus begründet scheinen, überzieht er die Konkurrenz doch nicht mit Klagen, wie es in der Mobilbranche mittlerweile eigentlich üblich ist, sondern einigt sich recht geräuschlos auf Lizenzabkommen – abgesehen von HTC beispielsweise erst vor kurzem Wistron, Onkyo, Velocity Micro und General Dynamics Itronix. Interessant dürfte insbesondere die Vereinbarung mit Wistron sein, denn in dieser geht es nicht nur um Android-Geräte, sondern auch solche mit Chrome OS. Tut sich hier für Microsoft bereits die nächste Einnahmequelle auf?

Es ist zwar keineswegs sicher, dass Microsoft sich mit allen Hersteller von Android-Geräten einigen kann, doch mit den bereits ausgehandelten Lizenzabkommen hat man gute Argumente auf seiner Seite. Und dass man sich nicht scheut, im Zweifelsfall doch die Gerichte zu bemühen, zeigt das Beispiel Motorola, das im vergangenen Oktober von Microsoft verklagt wurde.

So oder so – geht man davon aus, dass 2015 fast eine Milliarde Smartphones pro Jahr verkauft wird und auf mehr als 45 Prozent von diesen Android läuft, wovon zumindest die Analysten von IDC ausgehen, könnte Microsoft gar Milliarden verdienen. Schließlich zieht auch der Tablet-Markt an und auch auf diesem nähert sich Android bis 2015 der Marke von 40 Prozent, so die Analysten von Gartner.

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