Deutsche Telekom beruft zwei Frauen in den Vorstand

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Die Deutsche Telekom hat zwei ihrer acht Vorstandsposten neu besetzt: die von der Unternehmensberatung McKinsey kommende Claudia Nemat steht künftig dem Europabereich vor, die frühere Kultusministerin von Baden-Württemberg Marion Schick übernimmt das Personalressort – ist allerdings im Unternehmen umstritten.

Im vergangenen März verordnete sich die Deutsche Telekom eine Frauenquote, die nun auch im Vorstand sichtbar wird. Gestern berief der Aufsichtsrat zwei Frauen: Claudia Nemat übernimmt das vakante Europaressort, dessen Vorstand Guido Kerkhoff im April zu Thyssen-Krupp wechselte. Nemat war zuletzt bei McKinsey Direktorin für den Technologiesektor in der EMEA-Region und betreute bereits eine Reihe von Projekten für die Deutsche Telekom, so dass sie sich in der Branche und im Unternehmen auskennt.

Nachfolger von Personalvorstand Thomas Sattelberger wird die frühere baden-württembergische Kultusministerin Marion Schick – eine Personalie, die bereits für Ärger sorgte. Denn der Financial Times Deutschland zufolge hatten sich einige von Mitarbeitern gewählte Aufsichtsratsmitglieder gegen Schick ausgesprochen und ihre Eignung infrage gestellt. Vor der Wahl hätten sie dann die Sitzung verlassen, denn die Bestellung von Schick habe »auf eklatante Weise den Grundgedanken der deutschen Mitbestimmung« verletzt, wie die FTD einen der Arbeitnehmervertreter zitiert. Bei der Telekom kann man die Vorbehalte nicht nachvollziehen und stellte nur fest, der Aufsichtsrat sei trotz der fehlenden Mitglieder beschlussfähig gewesen.

Telekom-Chef René Obermann erklärte, er habe sich sehr für Nemat und Schick stark gemacht, da sie die nötigen fachlichen und menschlichen Voraussetzungen mitbrächten, »um in den nächsten Jahren den Umbau der Deutschen Telekom an zwei wesentlichen Stellen des Konzerns weiter voran zu treiben«.

Darüber hinaus soll auch das Ressort für Datenschutz, Recht und Compliance, dem derzeit Manfred Balz vorsteht, neu besetzt werden. Die Kandidatin sei unstrittig, aber noch an ihren aktuellen Arbeitgeber gebunden, berichtet die FTD. Laut Handelsblatt soll es sich um Birgit Grundmann handeln, derzeit Staatssekretärin im Bundesjustizministerium.