The Times hat online nun 100.000 zahlende Leser

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Nach einem Jahr Gebührenpflicht sind Times und Sunday Times von 30 Millionen Seitenzugriffen auf zusammen 100.000 Leser herunter. Bringen die mehr Geld ein als die Werbung eines populären Portals?

Mittlerweile folgte auch die New-York-Times dem britischen Beispiel und führte einen kostenpflichtigen News-Online-Zugang ein.

Bei den Briten zog Eigentümer News Corp. soeben nach zwölf Monaten eine erste Bilanz: Seit dieser Woche sind es über 100.000 zahlende Abonnenten, die sich für die kostenpflichtige Online-Ausgabe von Times oder Sunday Times eingeschrieben haben. News Corp. wertet das als Erfolg, trotz der verloren gegangenen Page Impressions: »Wir haben in nur einem Jahr bewiesen, dass Internet-Surfer durchaus bereit sind, für Qualitätsjournalismus auch in der digitalen Welt zu bezahlen. Viele haben unsere Strategie bezweifelt und uns einen Misserfolg vorausgesagt«, kommentiert Rebekah Brooks.

Der jüngste Wachstumsschub in der Abo-Zahl – ein Plus von 28 Prozent seit Februar – sei durch den Tablet-Boom ausgelöst worden. Daher geht Brooks davon aus, dass das mobile digitale Zeitungslesen die Zukunft sein könnte und dem Verlag weiteren Wachstum beschere. Momentan würden täglich um die 35.000 iPad-Besitzer die Times downloaden.

The Times verriet nicht die exakte Zahl der Leser, die es vor Einführung der Kostenpflicht gegeben hatte. Laut Nielsen verloren die beiden Times-Homepages zwischen April vorigen Jahres und Mai diesen Jahres knapp 30 Millionen Seitenzugriffe. Nun sind noch 11,9 Millionen Zugriffe monatlich übrig. Die Leser-Reichweite nahm in der Summe laut Nielsen-Auswertung ebenfalls ab, von 7 auf 2 Prozent. Über die verlorenen Werbeeinnahmen konnten die Marktforscher keine Aussage machen, doch die müssten fairerweise mit eingerechnet werden, um den Erfolg abschätzen zu können.