AMD entwickelt neue Energiespar-CPU

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Prozessorhersteller AMD will eine CPU mit neuen Stromspar-Features auf den Markt bringen. Die Server-CPU aus der Opteron-Reihe soll auch bei gedrosselter Energieaufnahme keine Einbußen bei der Performance aufweisen.

Für die Betreiber von Serverfarmen und Rechenzentren ist der Energieverbrauch der CPUs ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor. Seit Jahren versuchen die Techniker das magische Dreieck aus Stromverbrauch, Performance und Abwärme zu optimieren. Möglichst wenig Stromverbrauch und Abwärme bei möglichst hoher Performance sind das Ziel.

Weniger Hitzeentwicklung bedeutet auch, dass die IT-Admins die Server-Racks dichter packen können und der Aufwand für die Kühlung sich in Grenzen hält.

Jetzt will AMD (Advanced Micro Devices) seine Opteron-Chips mit einer neuen Technik optimieren.

Leistungskontrolle im BIOS

Bisher schon hatten die AMD-Entwickler versucht, im BIOS Features zu integrieren, mit denen Rechenleistung und Energieaufnahme der Server-Chips optimiert werden können. Großkunden, die dem Prozessorhersteller tausende oder sogar zehntausende CPUs abnahmen, bekamen so auf ihre individuellen Bedürfnisse hin maßgeschneiderte Chips.

Mit den für das dritte Quartal angekündigten Opterons auf Basis des »Bulldozer-Core« will AMD einen entscheidenden Schritt weitergehen.

Individuelle Stromregelung ohne Leistungsverlust

Die Opteron-Varianten »Interlagos« (16 Kerne) und »Valencia« (acht Kerne) sollen dem Kunden noch präzisere Kontrolle über den Chip geben.

Die überarbeitete Technologie Power Cap soll den Admins großer Rechenzentren die Möglichkeit geben, die Parameter für Stromaufnahme und Rechenleistung noch genauer und individueller zu regeln.

Im Prinzip funktioniert das so: Es wird eine Obergrenze der erlaubten Energieaufnahme festgelegt und innerhalb dieser Grenze wird die Rechenlast zwischen den acht beziehungsweise 16 Rechenkernen so hin- und hergeschoben, dass die Rechenleistung insgesamt möglichst konstant bleibt.

 

AMDs Server-Chip Opteron soll in Zukunft noch bessere Möglichkeiten zur Regelung von Stromverbrauch und Rechenleistung haben. Das Bild zeigt einen Sechskern-Opteron. (Foto: AMD)

Das sogenannte Application Power Management der »Bulldozer«-Architektur sieht zudem vor, dass die Taktfrequenz der einzelnen Rechenkerne je nach benötigter Leistung rauf- oder runtergeregelt werden kann, ohne dass die definierte Obergrenze bei der Energieaufnahme überschritten wird.

Mehr Blades im Rack

Da sich auf diese Weise auch die entstehende Abwärme besser in Schach halten lässt, könnten die IT-Admins letzten Endes auch die Racks in den Rechenzentren noch dichter mit Blades bestücken.

Letztlich geht es darum, das Verhältnis von Leistung pro eingesetzter Watt-Stunde kontinuierlich weiter zu verbessern.

Für AMD ist der Schritt zur präzisen Steuerung der Betriebs-Parameter im Prozessor auch eine strategische Notwendigkeit. Denn unter dem Diktat des Energiesparens entwickelt nicht nur der größere Konkurrent Intel, sondern entwickeln auch Hersteller wie ARM, Nvidia oder Marvell immer energieeffizientere Chips für den Einsatz im professionellen Bereich. Bei dieser Entwicklung darf der Intel-Konkurrent aus dem kalifornischen Sunnyvale nicht zurückfallen.

Die neuen Opterons werden voraussichtlich im dritten Quartal 2011 auf den Markt kommen.