Hacker-Gruppe LulzSec löst sich auf

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Einigermaßen überraschend hat die Hacker-Gruppe LulzSec ihr eigenes Ende verkündet. Ob der zunehmende Druck, enttarnt zu werden, dafür verantwortlich war, bleibt unbekannt. Zum Abschied veröffentlichte man noch einmal einen Rutsch geklauter Daten.

Erst vor einer Woche verkündete LulzSec den Zusammenschluss mit der Hacker-Gruppe Anonymous, um gemeinsam Regierungen, Banken und wichtige Organisationen zu hacken – nun soll plötzlich Schluss sein. Auf ihrer Website erklärt die sechs Mitglieder starke Gruppe ihre Auflösung, sie sei angeblich nur für 50 Tage angelegt gewesen. Zum Abschied stellt man noch einmal umfangreiches Datenmaterial online, darunter interne Daten von AOL und AT&T, Zugangsdaten von Routern sowie Nutzerdaten von Battlefield Heroes Beta, Hackforums.net, Nato-bookshop.org und verschiedenen Gaming-Foren.

LulzSec war in den vergangenen Wochen bekannt geworden, weil sie die Fernsehsender Fox und PBS attackiert hatten, die FBI-Helfer von Infragard und die CIA. Damit stieg natürlich der Fahndungsdruck auf die Gruppe, die auch innerhalb Hacker-Szene in der Kritik stand. Andere Gruppen versuchten, die Mitglieder von LulzSec zu enttarnen, die nun hoffen, dass die von ihnen ausgerufene AntiSec-Bewegung fortbesteht.

Gegenüber der Nachrichtenagentur AP erklärte ein LulzSec-Mitglied, man höre nicht auf, weil man Angst vor den Strafverfolgungsbehörden habe, sondern weil die Presse und man selbst zunehmend gelangweilt von LulzSec sei. Einige Mitglieder nähmen jetzt erstmal eine Auszeit, er habe noch nicht entschieden, ob er weitermache oder komplett aufhöre.

Der frühere Hacker und jetzige Sicherheitsberater Kevin Mitnick meinte, LulzSec habe aufgehört, weil die Gefahr, geschnappt zu werden, steige. Allerdings hätte man andere Gruppen inspiriert, die nun mit vergleichbaren Attacken weitermachten – LulzSec könne sich zurücklehnen und das Chaos begutachten.