Amazon kämpft mit einem unerwarteten Spam-Problem

Normalerweise treten ungewollte Werbebotschaften und Müll-Zuschriften in E-Mail-Konten, sozialen Netzwerken, SMS/MMS- oder IM-Eingangskörben auf. Bei Amazon ist nun der Kindle beziehungsweise der zugehörige eBook-Store betroffen.

von Ralf Müller 0

Amazon mag zwar neuerdings in Amerika mehr eBooks als gedruckte Werke verkaufen, doch hinter dieser Erfolgsmeldung steckt auch ein wachsendes Problem, mit dem traditionelle Buchverkäufer nicht konfrontiert sind: SPAM. Nicht etwa als Kommentare, Wertung oder Zuschriften, sondern als Buch selbst. Laut dem Nachrichtendienst Reuters finden sich bei Amazon hunderte wenn nicht gar tausende von eBook-Einträgen, die zwar real existieren und bei Kauf auch digital ausgeliefert werden, doch deren Inhalt praktisch als nutzlose Botschaften zu werten sind.

Findige Zeitgenossen sollen gerade in den USA diese nette Einkommensquelle entdeckt haben und bauen sie nun mit Fleiß aus: Sie suchen sich rechtefreie – und meist ziemlich nutzlose oder minderwertige – Inhalte im Internet zusammen, vereinen es zu einem eBook mit netten Cover und verheißungsvoller Beschreibung. Aufgrund der niedrigen Verkaufspreis fallen zigtausende Amazon-Kunden darauf herein und ordern diese eBook-Titel, die sich oft als Ratgeber und Leitfaden anpreisen.

Dieser Trend könnte sich langfristig natürlich negativ auf die Zufriedenheit der Leser auswirken, denn nach einigen Fehlkäufen wird ein Verbraucher naturgemäß misstrauisch und zurückhaltender. Übrigens verkaufen manche Autoren ihre Manuskripte im Internet mit dem Recht zur Veränderung (PLR-Lizenz). Zum Beispiel lässt sich »Podcasting for Beginners« von einem Jett Digitals für 7 Dollar erwerben. Manche »Zwischenhändler« kaufen sich ein solches Manuskript, verändert es etwas, übertragen es in ein eBook-Format, hübschen es an und verticken es dann bei Amazon – unter dem Strich mit einem ordentlichen Profit.

Während die Do-it-yourself-Bücher oft noch einen praktischen Sinn haben können, sind laut dem Bericht doch hunderte von neuen eBooks zu finden, deren Inhalt und Stil sehr zu wünschen übrig lassen. Im Hause Amazon werde nun diskutiert, ob man als Hürde für solches Treiben nicht künftig von den eBook-Autoren eine Gebühr für das Einstellen eines Titels verlangen solle. Das würde bestimmte Aktivisten wie jenen namens »Braschi«, der den Kindle-Store mit 3.800 »Werke« beglückt hat, etwas dämpfen.

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