Itanium-Support: HP macht bei Oracle Druck

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Oracle könne den Support für Itanium nicht einfach einstellen, meint man bei HP. Der Datenbankriese sei rechtlich verpflichtet, seine Anwendungen weiterhin für HP-Server auf Basis der Itanium-Plattform bereitzustellen.

Mit einem Brief hat HP nun Oracle aufgefordert, seinen Verpflichtungen nachzukommen und droht unverhohlen mit Klage. Laut dem Wall Street Journal erklärte HP-Sprecher Bill Wohl, man werde alle verfügbaren Rechtsmittel ausschöpfen, um die HP-Kunden zu schützen. Oracle versuche durch die Einstellung des Supports für die Itanium-Plattform lediglich, die Kunden zum Umstieg auf die eigene Plattform zu zwingen. Dave Donatelli, Chef der Server-Sparte bei HP, hatte das im März bereits als »schamlosen Schachzug« bezeichnet, mit dem Oracle versuche, die schwindenden Umsätze mit Sun-Servern aufzufangen.

Seit dem Abgang von Mark Hurd bei HP, der kurz darauf bei Oracle anheuert, ist die Beziehung zwischen den einst guten Partnern HP und Oracle zerrüttet. Trotz vorgeblicher Versöhnung werden bei jedweder Gelegenheit Drohkulissen aufgebaut, beispielsweise durch den Versuch Oracles, den neuen HP-Chef Léo Apotheker in den Rechtsstreit mit SAP hineinzuziehen.

Auch andere Firmen wie Microsoft haben den Itanium-Support bereits eingestellt. Intel steht nach eigenen Aussagen aber fest zu der Plattform, deren nächste Generation in den Startlöchern steht. An der Behauptung Oracles, Intel wolle sich auf x86-Prozessoren konzentrieren und Itanium einstellen, sei nichts dran.