HP: »Wir nehmen die Komplexität aus der IT«

CloudData & StorageIT-ManagementIT-ProjekteNetzwerkeStorageVirtualisierung

Auf seiner Kundenkonferenz Discover hat HP gleich eine ganze Flut neuer Lösungen für seine »Converged Infrastructure« vorgestellt. Dazu zählen neue Appliances für Virtualisierung und Business Intelligence sowie ein flexibleres Cloud-Angebot.

Auf der HP Discover gab es nicht nur neue Storage-Lösungen von HP zu sehen, sondern das Unternehmen präsentierte auch weitere Bausteine für sein »Converged Infrastructure«-Konzept. Mit diesen sollen HP-Kunden schneller auf sich ändernde Anforderungen an die IT reagieren können, sind doch 95 Prozent der von HP im Rahmen einer Studie befragten IT-Führungskräfte der Meinung, diese Agilität sei wichtig für den Erfolg ihres Unternehmens. Das Problem: nur 23 Prozent der Führungskräfte im öffentlichen Sektor und nur 40 Prozent in Privatunternehmen glauben, dass sie tatsächlich so schnell reagieren können, wie der Markt es erfordert.

Hier setzt HP mit seinen »Converged Systems« an, mit denen man zunächst einmal die Komplexität aus der IT nehmen will, wie es Klaus Berle, Leiter des Cloud Competence Centers von HP Deutschland, erklärte. Denn die Komplexität virtueller Infrastrukturen überfordert viele Firmen, sie kämpfen mit zu vielen Tools sowie Sicherheitsproblemen und tun sich schwer mit der Skalierung ihrer Systeme und Vorhersagen zur benötigten Performance.

Weniger Komplexität mit den neuen Appliances

Unterster Baustein der »Converged Systems« sind bei HP die »VirtualSystems«, Komplettlösungen für die Server- und Desktop-Virtualisierung, die auf HPs Blade-Architektur basieren und laut Peter Weiss, ESSN EMEA Alliance Marketing Manager bei HP, die Basis für eine spätere Cloud-Migration sind. Sie unterstützen Microsoft Hyper-V, Citrix Xen und VMware mit bis zu 6000 virtuellen Maschinen.

Zudem gibt es unter dem Namen »AppSystem« drei neue Appliances für Datenmanagement und Echtzeit-Datenanalysen, die Out-of-the-Box bestimmte Funktionen bieten. Das Vertica Analytics System versteht sich auf die Analyse große Mengen strukturierter, unstrukturierter und halb strukturierter Daten in Echtzeit. Die Business Data Warehouse Appliance soll verschiedenste Datenquellen zusammenführen und zielt laut Weiss vor allem auf Mittelständler ab. Die Database Consolidation Solution soll hunderte Datenbanken konsolidieren können und ist wie Business Data Warehouse Appliance für Microsoft SQL Server 2008 R2 optimiert.

Weiss betonte bei der Vorstellung der Appliances, dass es sich um Komplettlösungen handele, der Kunde also keine weitere Software installieren müsse. Man hätte die Inbetriebnahme bei Kunden schon in ein, zwei Stunden geschafft, im Rahmen einer Demo sogar in noch kürzerer Zeit.


In Kürze soll dann auch die HP SAP In-Memory Appliance auf den Markt kommen, die Daten im Arbeitsspeicher vorhält, was besonders schnelle Analysen erlaubt. Die Appliance basiert auf verschiedenen HP-Servern der ProLiant-Reihe und ist je nach Ausführung mit 128 GByte bis 5 TByte Arbeitsspeicher bestückt. Die reinen Hardware-Kosten liegen zwischen 300 000 und 1 Millionen Euro, dazu kommen noch die Kosten der SAP-Lizenzen, die sich an den Datenmengen orientieren. Details wollte HP noch nicht verraten und verwies auf die demnächst anstehende Ankündigung seitens SAP.

In Anbetracht der hohen Kosten dürfte die HANA (High Performance Analytic Appliance) nur für Unternehmen in Frage kommen, die darauf angewiesen sind, regelmäßig und jederzeit komplexe Analysen in Echtzeit zu fahren. »Wenn Sie wöchentliche oder monatliche Auswertungen machen, brauchen Sie HANA nicht«, so Rupert Holzbauer, SAP Alliance Manager bei HP.

Cloud-Angebot aufgebohrt

Doch nicht nur neue Hardware brachte die HP Discover, sondern auch eine massive Erweiterung der Cloud-Plattform »CloudSystems«. Über diese stellt HP Unternehmen eine vorkonfigurierte Private Cloud bereit, die ab Werk Anwendungen wie SAP oder Exchange unterstützt. Sind die Ressourcen der eigenen Private Cloud erschöpft, können aus vorher definierten Quellen weitere Ressourcen bezogen werden, etwa von anderen Cloud-Anbietern, Resellern oder IT-Dienstleistern. Die Abrechnung erfolgt nach Nutzung.

Da die zusätzlichen Ressourcen nicht nur über eine Private Cloud vor Ort bereitgestellt werden können, sondern auch von externen Partnern, bezeichnet HP dies als »Dual Bursting«. Unternehmen können damit schnell auf Lastspitzen reagieren, ohne eigene Ressourcen vorhalten zu müssen. Sie buchen die zusätzlichen Ressourcen einfach über das CloudSystem Matrix Service Portal.

Rund um das Bursting will HP ein Ökosystem von Partnern aufbauen, die Cloud-Ressourcen und zusätzliche Services für die CloudSystem-Kunden bereitstellen. Das CloudAgile genannte Partnerprogramm werde den Cloud-Markt prägen, ist sich Klaus Berle sicher, der derzeit Gespräche mit potenziellen Partnern in Deutschland führt – nicht nur mit Internet Service Providern, sondern auch mit Value-Added Resellern. Sie unterstützt man mit exklusiven Finanzierungsmöglichkeiten, Trainings sowie gemeinsamen Vertriebs- und Marketing-Aktivitäten.

Neue Sicherheitsservices

Zu guter Letzt stellte HP auch zwei neue cloud-basierte Sicherheitsservices vor: einen Schwachstellenscan, der die IT-Infrastruktur nach Sicherheitslücken, fehlenden Patches und Software-Fehlkonfigurationen durchforstet, und einen Informationsdienst, der über potenzielle Bedrohungen informiert und gezielte Empfehlungen gibt, wie die Infrastruktur zu schützen ist, etwa welche Patches mit höchster Priorität eingespielt werden sollten.