Lenovo kauft Medion

KomponentenÜbernahmenUnternehmenWorkspace

Wenn alle Behörden zustimmen, kommen die Aldi-PCs in Zukunft zwar noch aus Deutschland – der Hauptanteilseigner aber ist künftig chinesisch.

In einer Ad-hoc-Meldung teilte Medion am Mittwoch mit, man sei zu einer Übereinkunft gekommen, die Mehrheit seiner Aktien an Lenovo zu verkaufen.

Voreilige Meldungen, Lenovo habe Medion bereits gekauft, waren abends in den Massenmedien aufgetaucht. Das Kartellamt muss allerdings erst grünes Licht geben, damit der chinesische Konzern die Aktíen zum vereinbarten Preis übernehmen kann. Dann aber wandern 531 Millionen Euro auf die Konten des bisherigen Mehrheits-Eigentümers Gerd Brachmann.

Kurz nach der Meldung stiegen die Aktien steil in die Höhe – doch als Börsenanalysten zur Vorsicht mahnten, îndem sie den Wert noch auf der Bewertung HOLD hielten und nicht auf BUY setzten, regulierte sich der Preis wie von selbst wieder.

Im Gegensatz zu den Investitionen, die Lenovo in die PC-Sparte von IBM gesteckt hatte, ist der Medion-Kauf nur ein Klacks: Der chinesische Konzern hatte damals 1,25 Milliarden US-Dollars an Big Blue  bezahlt.

Ob die Teilebeschaffung bei Medion durch den gemeinsamen Einkauf mit Lenovo sich verbilligt, ist noch offen, denn das deutsche Unternehmen konnte sich bislang schon viele günstige Einkaufskonditionen sichern, die schwer unterboten werden können. Zudem sind auch laut Intel inzwischen die Zeiten der sinkenden Komponentenpreise vorbei.

Medions Geräte bei seinen Partnern wie Aldi oder Saturn jedenfalls werden zumindest mittelfristig in dem Preisniveau bleiben, auf das sie sich derzeit eingependelt haben.

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen