Gefährliche Akkus: HP ruft 162.000 Notebooks zurück

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»Unsicher in der Anwendung« lautet der Euphemismus, mit dem Hewlett-Packard seinen Rückruf der Energiezellen begründet. Zu deutsch: Sie können überhitzen, Feuer fangen oder dem Anwender regelrecht um die Ohren fliegen.

Der Akku als Gefahrenquelle ist beileibe keine neue Erscheinung. Beinahe jeder große Markenhersteller von Mobilgeräten hatte schon seine Nöte damit, weil Fabriken und Zulieferer öfter mal unsaubere Arbeit ablieferten. So scheint es nun auch bei den Akkuzellen zu sein, die in 162.600 Notebooks der Serien Pavilion und Compaq verbaut wurden. Vor entsprechenden Folgen werden die Kunden gerade von HPs Consumer Product Safety Commission (CPSC) gewarnt. Welche Lithium-Ionen-Batterien im Einzelnen verdächtig sind, verrät eine ausführliche Liste auf der HP-Homepage.

»Wir haben innerhalb von zwölf Monaten 40 weitere Meldungen von überhitzenden Akkuzellen erhalten. Sieben Brandverletzungen, eine Rauchvergiftung und 36 Sachbeschädigungen waren dabei zu verzeichnen«, zählt der jüngste CPSC-Bericht auf.

Geschätzte 5 Prozent jener Notebooks, die HP zwischen Juli 2007 und Mai 2008 produzierte, wurden mit den ungenügenden Akkuzellen ausgestattet. Der Hersteller ruft die Kunden dazu auf, ihre Geräte zu überprüfen. Im Falle einer Übereinstimmung der Seriennummern solle man das Akkupack aus dem Rechner herausnehmen und HP kontaktieren. Bis ein Ersatz beim Kunden eintreffe, sollte man das Gerät nur mit dem Netzteil betreiben. 2010 wurden bereits 54.000 Rückrufe getätigt, das Jahr davor waren es 70.000.

Etliche Hardware-Hersteller mussten in diesem Jahr schon einen Geräterückruf wegen einem Fehler in Intels Sandy-Bridge-Architektur vornehmen. Darunter waren unter anderem Acer, Dell, Lenovo und Samsung. Dabei ging es darum, dass Laufwerke wie Festplatten oder DVD vom System nicht mehr erkannt werden.