»NetApp steht bei den Engenio-Kunden im Wort«

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NetApp hat für 480 Millionen Dollar die Engenio-Sparte von LSI gekauft. ITespresso.de spricht mit Andreas König, Vice President und General Manager EMEA bei NetApp, über die Hintergründe der Übernahme und Trends im Storage-Markt.

ITespresso.de: Für 480 Millionen Dollar hat NetApp das Engenio External Storage Systems Business von LSI übernommen. Was erhoffen Sie sich von diesem Zukauf?

Andreas König: Mit der Übernahme von Engenio können wir neue wachstumsstarke Segmente des Storage-Markts abdecken. Hier geht es um speziell um Applikationen mit großem Bandbreitenbedarf wie etwa Full-Motion Videos und digitale Videoüberwachung und einige hochperformante Applikationen.

Welche Auswirkungen hat die Übernahme auf das OEM-Geschäft von NetApp und die Partnerschaft mit Fujitsu?

NetApp ist generell ein stark partnerorientiertes Unternehmen, und das OEM-Geschäft ist ein integraler Teil unserer Wachstumsstrategie. Unsere Partnerschaft mit Fujitsu besteht seit mehr als zehn Jahren und umfasst gemeinsame Entwicklungen ebenso wie Vertriebs- und Marketingaktivitäten. Der Kauf von Engenio hat auf diese OEM-Beziehung ebenso wenig Einfluss wie auf unser OEM-Business mit IBM.

Beim Engenio-Kauf wird das europäische Sales-Team nicht mit übernommen. Warum nicht?

Im Rahmen des Kaufs von Engenio waren personelle Übernahmen überwiegend für den Bereich Technik und Entwicklung vereinbart. Für die Vertriebsteams in EMEA galt dies nicht. Das heißt natürlich nicht, dass Engenio Mitarbeitende nicht bei NetApp arbeiten sollen. Im Gegenteil. Wir haben offene Stellen und freuen uns über IT-Profis, die Teil von NetApp und unserer Unternehmenskultur werden wollen.

Macht es das nicht für die NetApp-Vertriebler und die Engenio-Partner unnötig schwer?

Nein. Die Geschäftsbeziehungen in diesem OEM-Modell sind gewachsen und vor allem im Highend mit langfristiger Perspektive. Wer sich als Kunde für ein OEM-Modell entscheidet, dem kommt es auf die Produktqualität, Lieferfähigkeit und eine klare Perspektive in der Entwicklungsroadmap an. NetApp steht hier im Wort.

Wie meistert NetApp den Spagat, dass Datenmengen stetig wachsen, die Unternehmen aber eigentlich nicht mehr, sondern weniger für Storage ausgeben wollen?

Wer das will, muss bei der Datenmenge ansetzen. Heute geht es darum Daten intelligent zu speichern und mit den vorhandenen Kapazitäten bestmöglich hauszuhalten. Unsere Unified Storage-Architektur ist seit Jahren auf Effizienz ausgelegt, um in jeder Hinsicht den Ressourcenverbrauch einzudämmen: Platzbedarf, CO2-Ausstoß, Verwaltungsaufwand. Dadurch lässt sich bei den Kosten sparen, für virtualisierte Umgebungen garantieren wir 50 Prozent weniger als bei herkömmlichem Storage. Und nicht nur das: Die IT wird schlanker, flexibler und wendiger und trägt produktiv zum Gesamterfolg des Unternehmens bei.

An der Cloud führt mittlerweile kein Weg mehr vorbei. Wie sieht ihre Strategie aus, um an diesem Wachstumsmarkt teilzuhaben?

Wir verfolgen mehrere Wege: Technologie, Partnerschaften sowie Ansprache der Endkunden- und Service Provider. NetApp liefert die Grundlagentechnik für die Cloud: eine hochverfügbare, sichere und gemeinsam nutzbare Datenplattform. Diese Technologie haben wir gemeinsam mit Cisco unter dem Namen FlexPod als schlüsselfertige Datacenter-Lösung konfiguriert. FlexPod ist aufgrund der Einfachheit und Kostenvorteile für private Clouds ebenso interessant wie für Cloud-Angebote von Providern oder unseren Channelpartnern. Sie sehen, wir verfolgen viele Wege in diesen Markt.

Herr König, vielen Dank für das Gespräch!