Facebook engagierte PR-Firma für Kampagne gegen Google

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Eigentlich hatte Facebook die prominente PR-Agentur Burson-Marsteller bezahlt, um Medien gezielt mit negativen Informationen über den Konkurrenten Google zu versorgen. Doch nachdem das herauskam, hat Facebook selbst nun die schlechte Presse – und wird von der Agentur fallen gelassen.

Burson-Marsteller erhielt von Facebook den Auftrag, Medien auf im Internet verfügbare, aber negative Informationen zu Google hinzuweisen. Ziel war es, insgesamt für eine eher negative Berichterstattung über den Konkurrenten zu sorgen – es ging vor allem darum, dessen echte oder vermeintliche Datenschutzverfehlungen ans Licht zu bringen.

Ans Licht kam nun aber die Kampagne selbst, nachdem ein US-Blogger öffentlich gemacht hatte, dass er von Burson-Marsteller angesprochen wurde, aber nicht die gewünschte Story über Google brachte, sondern über die PR-Kampagne gegen den Suchmaschinenbetreiber. Zunächst war zwar unklar, wer hinter der Kampagne steckte, da Facebook mit der Agentur Vertraulichkeit vereinbart hatte, doch schnell kristallisierte sich Facebook als Auftraggeber heraus. Das Social Network bestätigte dies schließlich, betonte aber, man habe keine »Schmutzkampagne« gewollt.

Laut Facebook sei es nur darum gegangen, Dritte, also die Medien, verifizieren zu lassen, dass Internet-Nutzer es nicht befürworten, dass Google die Daten von Facebook und anderen Diensten sammelt und in seinem Dienst Google Social Circle verarbeitet. Man habe lediglich den Blick der Medien auf diesen Sachverhalt gelenkt und dafür öffentlich verfügbare Informationen genutzt, die jeder überprüfen konnte.

Ob die PR-Kampagne damit abgebrochen wurde, ist nicht ganz klar, doch es scheint, als hätte Burson-Marsteller seinen Klienten fallen gelassen. Die Agentur, eine der größten weltweit, erklärte, dies sei kein Standardauftrag gewesen – der Auftrag habe gegen die eigenen Richtlinien verstoßen und man hätte ihn besser nicht angenommen. Plötzlich beschwört man das Thema Transparenz und meint, beim Gespräch mit den Medien müsse immer Klarheit über die Auftraggeber herrschen.

Für Facebook ist die Kampagne zum PR-Desaster geworden, hat man doch versucht, einem Konkurrenten etwas anzulasten, bei dem man selbst massiv in der Kritik steht: Datensammelwut und fehlenden Datenschutz.