BQScan: Software verwandelt Digitalkamera in Geigerzähler

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Astronomen kennen den Effekt, dass radioaktive Strahlung – wie sie etwa im Weltraum auftritt – von den Sensoren einer Digitalkamera aufgefangen werden. Das Ergebnis sind Bildfehler auf den Digitalfotos. Diese will sich nun eine Spezialsoftware zu Nutze machen, um Radioaktivität zu messen.

Die Software BQScan der Firma Datinf aus Tübingen untersucht Digitalfotos auf radioaktive Strahlung, die während der Aufnahme auf den CCD-Chip der Kamera aufgetroffen ist. Je nach Intensität der durch die Strahlung verursachten Signale im Chip, bewertet die Software die Höhe der Radioaktivität.

Für ein möglichst unverfälschtes Ergebnis soll die Kamera ohne Objektiv genutzt werden. Nur eine Kunststoffabdeckung auf dem Bajonettring sorgt für ausreichend Dunkelheit, so dass die Signale nicht durch Lichteinfall, sondern durch radioaktive Strahlung zustande kommen. Mit BQScan soll sich Beta- und Gammastrahlung feststellen lassen. Alphastrahlung wird durch die Kunststoffabdeckung der Kamera abgeschirmt. Zudem wird eine Strahlenbelastung von mindestens 2 Mikrosievert pro Stunde vorausgesetzt, um überhaupt etwas messen zu können. Somit soll zum Beispiel auch die Strahlung, die im Inneren eines Flugzeugs bei einer Höhe von 10.000 Metern vorkommt, noch messbar sein.

Derzeit unterstützt BQScan nur Canon-Spiegelreflexkameras des Typs EOS 1100D, 1000D, 600D, 550D, 500D, 450D und 400D. Die Kameramodelle Canon EOS 60D, 50D, 40D, 1D Mark III, 1Ds Mark III, 5D Mark II, 1D Mark IV sowie 7D sind laut Datinf nur in abgedunkelten Räumen einsetzbar, da auch mit Kunststoffdeckel zu viel Licht ins Gehäuse eindringt.

BQScan kostet 29,80 Euro und läuft unter Windows XP, Vista und 7. Bestellt werden kann die Software unter http://bqscan.de.