IBM baut Supercomputer mit Hybridtechnik in Jülich

Green-ITInnovation

Der neue Supercomputer arbeitet mit einer Kombination von IBM-Rechenknoten und Grafikprozessoren von Nvidia. Das Hybridprojekt soll besonders energieeffizient sein.

Energieeffizienz bei gleichzeitiger Höchstleistung haben sich die Entwickler des GPU-Computing-Clusters JUDGE auf die Fahnen geschrieben. JUDGE steht für Jülich Dedicated GPU Environment, GPU für Graphics Processing Unit. Der Superrechner steht im Jülich Supercomputing Centre (JSC).

Kern der Rechenanlage sind 54 IBM iDataPlex-Knoten mit jeweils zwölf Rechenkernen und 96 Gigabyte Hauptspeicher. Als Prozessoren kommen Intels Quadcore-CPUs der Xeon-Serie zum Einsatz. Die Rechenknoten werden von 108 Nvidia-Grafikprozessoren Tesla M2050 ergänzt, wobei jeweils zwei Grafikchips auf einem Rechenknoten sitzen.

 

Vergleichsweise niedrige Energieaufnahme und kompakte Bauweise zeichnen IBMs iDataPlex-Systeme aus.

Hybridrechner als Pilotprojekt

Die Kombination aus herkömmlichen Prozessoren und Grafikchips macht den JUDGE zum Hybridrechner. Die Tesla-Chips wurden von Nvidia speziell für den Bereich High Performance Computing in Unternehmen und in der Forschung entwickelt. Im Vergleich zu aktuellen Quad-Core-Prozessoren liefern die Teslas angeblich »dieselbe Leistung bei einem Zwanzigstel der Leistungsaufnahme und zu einem Zehntel der Kosten«.

IBMs iDataPlex-System soll insgesamt den Energie-, Kühl- und Platzbedarf reduzieren. iDataPlex wird auch als Lösung für die Rechenzentren in Unternehmen angeboten. Wie viel Strom die Anlage verbraucht, verrät die Pressemitteilung allerdings nicht.

Steigerung um den Faktor 1000

Die Supercomputer-Spezialisten wollen die Leistung der Rechnergiganten von »derzeit einem Petaflop pro Sekunde bis Ende des Jahrzehnts um den Faktor 1000 auf ein Exaflop pro Sekunde« erhöhen, meint Prof. Thomas Lippert, Direktor des Jülich Supercomputing Centre.

Ein Tesla M2050-Modul von Nvidia. 108 solcher Module sind im Supercomputer JUDGE in Jülich verbaut. (Foto: Nvidia)

Als Anwendung nennt das Forschungszentrum »Datenanalysen und Simulationen auf großen Sequenzen von Datensätzen im Bereich der Biologie und Gehirnforschung«. Außerdem soll die Anlage Simulationen im Bereich Klima- und Atmosphärenforschung vorantreiben.