Die neuen Apps werden dem Playbook nicht zum Durchbruch verhelfen

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RiMs Facebook- und Videokonferenz-Apps für das PlayBook werden die Position des Gerätes im Tablet-Markt kaum verändern, meint Nicholas Kolakowski.

Research In Motion hat auf seiner Messe BlackBerry World 2011 mehrere Zusatzfunktionen für das PlayBook-Tablet vorgestellt. Aber können diese Updates wirklich die Akzeptanz des Gerätes steigern, das sich in hartem Wettbewerb mit Apples iPad und mit der immer zahlreicher werdenden Familie der Android-Geräte befindet?

Zu den neuen Funktionen gehören Videochat- und eine Facebook-App. Letztere könnte diejenigen Nutzer ansprechen, die versessen darauf sind, stets über die neuesten Aktivitäten von Freunden und Kollegen informiert zu sein, während ersteres Feature unverzichtbar ist in einem Tablet-Markt, in dem ganz offensichtlich jedes Gerät, einschließlich des iPad 2, mit einer Kamera auf der Vorder- und Rückseite ausgestattet ist.

Halb ausgegorenes Gerät?

In den ersten PlayBook-Tests wurde schnell die Klage laut, dass das Gerät sich halb ausgegoren anfühle. Es fehle an einer nativen E-Mail-Anwendung, ein schweres Versäumnis in den Augen von manchen Testern, die darauf verwiesen, dass RIM schon seit langer Zeit Geräte herstelle, bei denen Kommunikationsfunktionen nahtlos in das Produkt integriert seien; darüber hinaus sei auch an der UMTS-Anbindung, die viele aktuelle Tablet-Produkte mitbrächten, gespart worden.

Über die BlackBerry Bridge wird das Playbook an ein in der Nähe befindliches BlackBerry angekoppelt; vom Tablet aus kann dann auf E-Mails und andere Informationen, die auf dem Smartphone abgelegt sind, zugegriffen werden. Ein nettes Extra für jede Firma, die bereits voll auf RiM-Produkte umgestellt hat, aber für andere Nutzer, die ein Smartphone mit Android-, iOS- oder Windows-Phone-Betriebssystem besitzen, ist diese Funktion sinnlos.

RiM behauptet, dass sein Tablet irgendwann mit einem nativen E-Mail-Client, Kontakten, einem Kalender und ähnlichen Funktionen aufgerüstet werden soll. Bis dahin können Anwender, die über ein E-Mail-Konto bei Hotmail, Yahoo, Google oder AOL verfügen, ihre E-Mails nur über die entsprechenden Symbole auf dem Homescreen des Playbook abrufen, mit deren Hilfe die Webseiten der jeweiligen E-Mail-Dienste geöffnet werden.

Bedenkt man, welch außergewöhnliche Evolution der Tablet-Markt hinter sich hat, bei der es auf allen Plattformen beinahe jede Woche oder jeden Monat umfangreiche Software-Updates gab, und zieht man darüber hinaus in Betracht, dass bei RIM der Ansporn groß sein dürfte, das PlayBook schnell zu einem ebenbürtigen Gegner für Apple und Co. zu machen, dann wird klar, dass das Unternehmen nun kräftig Dampf machen muss und keine Zeit verlieren darf, mit neuen Features wie einem nativen E-Mail-Client auf den Markt zu kommen.

RIM liegt bei den Apps hinten

Die ersten Tester wiesen ebenfalls auf den Mangel an Apps bei RIMs PlayBook-Plattform hin. Obwohl sich auf App World genug Produktivitätsanwendungen und Spiele tummeln, mit denen die meisten Nutzer schon mal den Grundstein für eine persönliche App-Sammlung legen können, bleibt RiM weit hinter Apple und Google zurück, was die Anzahl der verfügbaren Apps betrifft. Die Öffnung der PlayBook-Plattform für Android-Apps könnte die Lage jedoch schnell ändern – dies würde allerdings alle Entwickler vor den Kopf stoßen, die sich auf das Schreiben von RiM-Apps spezialisiert haben – ein Preis, den die Manager bei RiM möglicherweise zu zahlen bereit sind, wenn dies bedeuten würde, dass die Blackberry-Hardware bei einer größeren Zahl von Nutzern Anklang findet.

Im Licht dieser Informationen ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass sich die Videokonferenz-Funktion oder die Facebook-Applikation als die »Killer App« entpuppen, die RiM dringend braucht, um potenziellen Käufern das PlayBook schmackhaft zu machen. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass RiM weitere Features ankündigt, die den Funktionsumfang des Tablets abrunden würden. Aber wie lange würde es dauern, bis diese Funktionen dem Nutzer zur Verfügung stehen?