Marktübersicht: Powerpoint-Alternativen

Office-AnwendungenSoftware

Powerpoint beherrscht den Mark für Präsentationssoftware wie kein anderes Programm. Doch es gibt durchaus starke Alternativen. Einige davon glänzen mit neuartigen Konzepten und Bedienoberflächen.

Der Name Powerpoint ist zum Synonym für Präsentationen geworden. Das ist nicht nur auf das Marketinggeschick des Softwaregiganten Microsoft zurückzuführen. Powerpoint ist einfach ein gutes Programm. Wer sich eingearbeitet hat und die zahlreichen Funktionen zu nutzen versteht, dem gelingen optisch attraktive und ausgetüftelte Vorträge.

Billiger als das Original

Doch der Marktführer aus Seattle ist keineswegs der einzige, der ein Präsentationsprogramm im Sortiment hat. Wer im Internet recherchiert, findet schnell ernst zu nehmende Alternativen. Diese haben zwei Dinge gemeinsam: Sie sind wesentlich billiger als das »Original« – einige gibt es sogar kostenlos – und sie sind nicht ganz so gut wie das »Original«. Aber wer braucht schon eine ganze Batterie schicker 3D-Animationen, wer braucht all die extravaganten Design-Vorlagen und wer muss unbedingt Videoclips direkt in der Präsentation schneiden?

Anwender, die auf das letzte Quäntchen an Highend-Funktionen verzichten können, dürften mit den nachfolgend vorgestellten Präsentations-Programmen bestens zurecht kommen.

(Fast) alles, was Powerpoint kann

Die Konkurrenten beherrschen im Prinzip alles, was Powerpoint kann: Designs und Masterlayouts definieren, Folien mit Texten, Diagrammen und Grafiken füllen, Übergänge für die Folienwechsel und Animationen für die Grafiken einbauen. Mit diesen Programmen ist es problemlos möglich, hochwertige multimediale Vorträge zu produzieren, nur nicht ganz so ausgefeilt wie bei Microsoft.

Zudem sind die Konkurrenten kompatibel zu den verschiedenen Dateiformaten von Powerpoint (.PPT, PPTX oder PPTM), sie können also die entsprechenden Dateien öffnen und neue Dokumente im Powerpoint-Format abspeichern. Man riskiert höchstens, dass Makros oder Spezial-Effekte in Powerpoint-Folien nicht hundertprozentig korrekt dargestellt werden, vor allem bei den neuen Versionen 2007 oder 2010.

Immer noch die Referenz: Microsofts Powerpoint 2010

Online-Präsentationen und Multimedia-Streams

Neben den klassischen Desktop-Programmen werden in dieser Marktübersicht auch einige Online-Varianten erwähnt.

Gegen Ende der Aufzählung finden Sie hingegen Programme, die vom klassischen Folienkonzept abweichen und beispielsweise einen Multimedia-Stream fürs Web generieren oder als Online-Seminar mit dem Schwerpunkt auf die Videofunktionen konzipiert sind.

Corel Presentations X5

Gehört zu Corels Office-Suite X5. Der Anwender kann damit Diashows, Präsentationen und »interaktive Berichte« bauen. Öffnet auch das PPTX-Dateiformat. Große Funktionsvielfalt. Viele Cliparts, die allerdings etwas altbacken aussehen. Nur in englischer Sprache erhältlich. Eine 30-Tage-Testversion gibt es auf der Corel-Website.
Die Vollversion der Office-Suite kostet 411,74 Euro.
Webseite Corel Presentations X5

Corel Show

Die Präsentationssoftware ist Teil von der Bürosuite Corel Office. Geeignet für Diashows mit Texten, Diagrammen und Grafiken. Ähnliche Menüleiste wie das Ribbon-Band in Microsofts Office. Umsteiger von Microsofts Powerpoint 2007/2010 finden sich sofort zurecht. Eine 30-Tage-Testversion gibt es auf der Corel-Website. Auch in deutscher Sprache.
Preiswert: Die Vollversion von Corel Office kostet 59 Euro.
Webseite Corel Office
 

Lotus Symphony Presentations

Bestandteil von IBMs Office-Programm Lotus Symphony Presentations. Kostenlos, auch für Unternehmen. Solide und optisch schön gemachte Präsentations-Software. Einfach zu bedienen. Dabei aber nicht ganz so ausgefeilt und funktionsreich wie Microsofts Powerpoint. Zahlreiche Cliparts im Internet zum Download.
Webseite Lotus Symphony
 

Libre Office Impress

Impress ist ein Bestandteil des freien Office-Programms Libre Office 3.3.2, das aus dem Projekt Open Office.org hervorgegangen ist. Nahezu identisches Look & Feel und Funktionsumfang mit Oracle Open Office (siehe unten). 3D-Cliparts und schöne Animationen und Effekte für Folienwechsel. Kostenlos, aber ehrenamtliche Mitarbeit oder Geldspende für das Projekt erwünscht.

Webseite Libre Office

Oracle Open Office Impress

Bestandteil von Oracles Open Office.org-Suite. Kostenlos, auch bei gewerblicher Nutzung. Wie bei Libre Office gilt: Großer Funktionsumfang, durchdachte Bedienung, erreicht aber nicht die Eleganz und den Funktionsreichtum der Microsoft-Referenz.

Webseite Oracle Open Office

Sun Microsystems Star Office 9.2

Vergleichbar mit Open Office und Libre Office. Das Präsentations-Modul heißt »Impress«. Wird seit der Übernahme von Sun Microsystems durch Oracle als kommerzielles Programm Oracle Open Office geführt, nicht mehr als Star Office.  Gibt es in Onlineshops für zehn Euro.

Webseite Sun Microsystems

Prezi

Onlinedienst für Präsentationen. Neuartiges Konzept. Statt Folien mit definiertem Ablauf, verteilt der Anwender Bilder, Grafiken und Texte auf einer großen Arbeitsfläche. Dem Zuschauer kann er während des Vortrags das komplette Ensemble mit allen Elementen zeigen oder spontan in einzelne Bilder, Grafiken oder Texte hineinzoomen. Einbinden von Youtube-Videos möglich.

Webseite Prezi

Google Text & Tabellen

Das Online-Modul Presentations dient als Powerpoint-Ersatz mit Basis-Funktionen. Arbeitet ganz ähnlich wie Powerpoint, simple Bedienung. Vorteil: Kollegen können übers Web darauf zugreifen. Erfordert eigenes Google-Konto.

Webseite Google Text & Tabellen

Microsoft Office Web Apps

Die Powerpoint-Alternative von Microsoft. Die abgespeckte Version von Office im Web bringt auch eine Variante von Powerpoint 2010. Bietet nur Basisfunktionen, arbeitet aber praktischerweise mit der Desktop-Version zusammen. Eine Online-Präsentation lässt sich mit der Desktop-Version öffnen und weiter bearbeiten. Registrierung erforderlich.

Webseite Microsoft Office Web Apps

Liquid Media

Liquid Media generiert Multimedia-Präsentationen mit 3D-Animationen. Soll besonders flüssig ablaufende Präsentationen ermöglichen. Unterstützt alle gängigen Video-, Bild- und Audioformate. Entwickelt von Skunk Labs Software aus Auckland, Neuseeland. Leider nicht mehr auf dem neuesten Stand. Windows 7 wird nicht unterstützt.

Webseite Liquid Media

Multi Source-Web Cast

Die Software von Intermedia Solutions kombiniert beliebige Elemente wie Text, Fotos, Videos, HTML-Seiten oder Grafiken zu einer Web-Präsentation. Integriert auch Powerpoint-Dateien. Gibt die Präsentation als WM/Flash Media File aus. Kann als Live-Stream oder On-Demand angeboten werden. Geeignet beispielsweise für Web-Seminare.

Webseite Multi Source-Web Cast

Screenshot: Mindjet

Mindjet Mindmanager

Die Mindmaps des deutschen Herstellers Mindjet dienten ursprünglich zum Sammeln und Organisieren von Ideen und Gedanken. Kann aber auch eingesetzt werden, um komplexe Projekte zu visualisieren und in übersichtlicher Form zu präsentieren.
Eine Lizenz kostet 355,81 Euro

Webseite Mindjet Mindmanager

Presentation Engine

Modular aufgebaute Präsentations-Software des Münchner Unternehmens Metamatix. Baut aus unterschiedlichen Inhalten wie Text, Grafik, Fotos, Videos und Musik eine »interaktive 3D-Welt« auf. Importiert dazu auch Powerpoint-Dateien. Bietet unterschiedliche »Präsentationswelten« statt des üblichen Folien-Einerleis. Anpassbar an die Corporate Identity. Funktioniert als selbstablaufende Präsentationen oder mit Redner. Präsentationen auch als Video exportierbar. Option für Stereo 3D-Darstellung.
Eine Lizenz kostet 2700 Euro.

Webseite Presentation Engine

Adobe Presenter 7

Wandelt Powerpoint-Präsentationen in multimediale Flash-Dateien um. Gut für Flash-Präsentationen im Web oder E-Learning. Kostenlose Testversion im Web erhältlich.

Webseite Adobe Presenter 7

Adobe Visual Communicator 3

Speziell für Video-Podcasts im Web. Kann mit Fotos oder Grafiken kombiniert werden. Kostenlose Testversion im Web erhältlich. Preis: 399 US-Dollar

Webseite Adobe Visual Communicator 3