Googles Quartalszahlen verschrecken die Börse

FinanzmarktUnternehmen

Zwar lieferte Google gute Zahlen ab, dennoch gab der Aktienkurs im nachbörslichen Handel nach. An den Börsen hatte man mit besseren Zahlen gerechnet und ist durch die stark gestiegenen Kosten verunsichert. Zudem steht die Frage im Raum, wie es unter Larry Page mit dem Suchmaschinenbetreiber weitergeht.

Für das erste Quartal 2011 vermeldet Google einen Umsatzanstieg von 27 Prozent auf 8,58 Milliarden Dollar, der Gewinn kletterte im Jahresvergleich um gut 17 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar. Google-Finanzchef Patrick Pichette sprach von einem »großartigen Quartal«, doch im nachbörslichen Handel verlor der Aktienkurs 5,6 Prozent. Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge lag Google mit einem Gewinn von 8,08 Dollar pro Aktie knapp unter den Erwartungen der Analysten, die mit 8,12 Dollar gerechnet hatten.

Zudem sorgen die stark gestiegenen Ausgaben für Verunsicherung. Die operativen Ausgaben lagen mit 2,84 Milliarden Dollar bei einem Drittel des Umsatzes – im ersten Quartal 2010 waren es nur 1,84 Milliarden Dollar beziehungsweise 27 Prozent des damaligen Umsatzes. Die für dieses Jahr geplanten 6000 Neueinstellungen dürften da kaum für Kostensenkungen sorgen.

Für die Zahlen des ersten Quartals zeichnet zwar noch Eric Schmidt verantwortlich, doch für die Investoren stellt sich nun die Frage, wohin Google unter dem neuen Chef Larry Page steuert, der Anfang April das Ruder übernahm. Denn derzeit stammen Googles Einnahmen nach wie vor fast komplett aus der Vermarktung von Anzeigen: 5,88 Milliarden Dollar erwirtschafteten die eigenen Seiten, weitere 2,43 Milliarden die Seiten von Partnern, auf denen via Adsense Werbung eingeblendet wird. Damit verbleiben ganze 270 Millionen Dollar – oder 3 Prozent des Konzernumsatzes – die Google auf anderen Wegen generiert.

Zwar hat Google mit Android ein sehr erfolgreiches Smartphone-Betriebssystem geschaffen, das dabei ist, der Konkurrenz zu enteilen. Doch auch hier geht es letztlich vor allem darum, die Google-Suche auf neuen Endgeräten zugänglich zu machen und die Einnahmen aus der Anzeigenvermarktung zu steigern.