Lenovo startet »LePad« in China – Aktie stürzt zeitweise ab

MobileTablet

Lenovo steigt in den Tablet-Markt ein und bringt das »LePad« – allerdings nur für den chinesischen Markt. Die zuvor in der Gerüchteküche hochgejubelten Funktionen bietet es nicht – das »ganz normale« 10,1-Zoll-Android-Tablet enttäuscht die Börsianer, die mehr erwartet hatten.

Gestern stellte Lenovo in Shanghai sein lange erwartetes Tablet »LePad« vor. Ein iPad-Killer ist es wohl nicht: Lenovo bringt nur ein ganz normales Android-Gerät, wie es inzwischen von vielen asiatischen Herstellern produziert wird. »Die Welt war nicht eingeladen«, jammerte die Financial Times und trug so vielleicht selbst zum anschließenden Kursverlust der Lenovo-Aktie bei.

Trotzdem feierte Lenovo ein rauschendes Fest mit chinesischen Medien.

Das Unternehmen zählt auf seiner chinesischen Website die technischen Daten auf: Ein 10,1-Zoll-LED-Display mit HD-Auflösung von 1280×800 Pixeln in Breitbildformat zeigt, was die von Lenovo ins Chinesische angepasste Android-Version mitbringt.

Ein Snapdragon-8650A-Prozessor mit 1,3 GHz ist die »Maschine« hinter dem Gerät, mit 1 GByte ROM und 16 GByte RAM, WLAN-Fähigkeit nach den Standards B, G und N unterscheidet sich das Android-Tablet technisch kaum von anderen Angeboten.

Die Internet-Verbindung kann hier nur über WLAN aufgenommen werden – wie im dreimal billigeren Archos-Tablet.  Ein Business-Gerät wie noch im Herbst erwartet ist das LePad jedenfalls nicht. Das 10,1-Zoll-Pad kostet 3499 chinesische Renminbi (etwa 380 Euro) und wäre damit für europäische Verhältnisse noch recht erschwinglich – in China erreicht man so immerhin die neu entstandene Mittelschicht.

Trotz allen Kritikpunkten handelt die Industrie Lenovo und seinen Chef Yang Yuanqing als größten Apple-Herausforderer, denn durch seine dominante Position im asiatischen Markt könne das chinesische Unternehmen den jetzt schon zweitgrößten PC-Markt der Welt erobern und von hier expandieren. International ist Lenovo schon die Nummer Vier der PC-Hersteller – doch auch das kann sich noch ändern.

Konkurrent Acer aus Taiwan habe vielleicht die besseren Geräte, verlasse sich aber zu sehr auf outgesourctes Design und Herstellungskapazitäten, zitiert die FT Kanish Ngiam, den Chef des Asiengeschäftes der Credit Suisse. Und Asus sei global nicht groß genug, um mitzuhalten. Lenovo, Samsung, RIM und Acer könnten zusammen Apples Anteile am Tablet-Markt immerhin von 83 auf 72 Prozent drücken, soll Kirk Yang von Barclays Capital gesagt haben.

Lenovos Stärke sei der chinesische Markt, und die Konzentration auf chinesische Software und Services könnten die nicht so tolle Hardware doch noch zum Gewinner machen. Die Konzentration auf China habe schon das LePhone zum großen Segensbringer für Lenovos Kassen gemacht.

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen