Beseitigt Citrix die hauseigene Konkurrenz?

Netzwerke

Der Karlsruher »Netviewer« griff möglicherweise das Citrix-eigene Geschäft an, unken Netzwerkprofis über den Verkaufsstopp für das Tool des aufgekauften deutschen Unternehmens.

»Netviewer war wohl zu gut, als dass man das Programm noch kostenfrei und mit der Möglichkeit, die Profiversion zu kaufen, an jeden hergeben konnte. Das hat sich vermutlich das Citrix-Management gedacht, das seinen größten Widersacher in Europa einfach kaufte«, schimpft ein Netzwerkadministrator über die Citrix-Entscheidung. Ab dem 1. April verkauft die deutsche Firma ihre eigene Software nicht mehr an Neukunden.

Im Dezember kündigte Citrix an, Netviewer kaufen zu wollen, Mitte Februar war der Deal schon abgeschlossen. Das Karlsruher Unternehmen dominiert den europäischen Fernwartungs- und Groupware-Markt und machte sich zudem in der Industrieanlagen-Steuerung breit – da musste Citrix einfach zuschlagen und erwarb das erfolgreiche deutsche Software-Unternehmen.

Nun will die Netviewer AG ab dem 1. April nur noch die Citrix-Anwendungen Gotomeeting und Gotoassist an Neukunden verkaufen. Bestandskunden können immerhin mit Netviewer Meet und Netviewer Support weiterarbeiten und erhalten den vollen Support.

Vorhandene Software-Lizenzen von Netviewer sollen sich auch in Zukunft erweitern lassen – vermutlich hin zu Citrix-Produkten. Details sind aber noch nicht bekannt.

Weil Netviewer Teil der SaaS-Abteilung »Citrix online« wird, ist damit zu rechnen, dass die Technik der Deutschen zunehmend von US-Servern aus als Cloud-Dienst angeboten wird. Aber auch das ist noch nicht offiziell.

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