Marktforscher beobachten Verwirrung über Infrastruktur-as-a-Service

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Die jüngste Untersuchung von Forrester Research fand heraus, dass es im so hochgelobten Markt der Infrastruktur-as-a-Service (IaaS) weit weniger Wachstum gibt als vorhergesagt. Ursache seien Verständigungsprobleme zwischen den für Kaufentscheidungen zuständigen Managern und den IT-Administratoren.

Lediglich 6 Prozent von allen untersuchten Firmen hatten irgendeine IaaS-Installation vorzuweisen. Nur weitere 7 Prozent planen, bis Ende nächsten Jahres eine entsprechende Lösung zu implantieren. Abgesehen von diesen niedrigen Umstiegszahlen waren die Marktforscher auch erstaunt, dass für die meisten Lösungen gar nicht die üblichen Methoden und Prozesse der IT-Abteilungen genutzt wurden, um etwa Analyse-Apps oder Transaktionslösungen zu realisieren, sondern dass häufig in Einzelaktionen das Firmenmanagement sich für Varianten wie Session-Apps oder externe Rechenkapazitäten erwärmten. Lediglich 6 Prozent aller bisher installierten IaaS-Lösungen sollen auf eine Entscheidung der IT-Abteilung zurückgehen.

»Wer als IT-Manager dachte, er wisse, was in seinem Unternehmen vorgeht, könnte falsch liegen«, fasste Analyst Frank Gillett trocken zusammen. »Die Geschäftsleitung mag ja keine Firmenregeln brechen oder das Netzwerk durch ihre Entscheidungen überlasten, aber Firmendaten einfach so zu Dienstleistern auszulagern, ohne jemand in der IT zu informieren, könnte ein Problem werden«, merkt Gillett ironisch an. Er empfiehlt betroffenen ITlern, solche Projekte nicht abzuschießen zu wollen, sondern lieber ihre Belastung für die firmeneigene Installation festzustellen und für die Einhaltung von Sicherheit und Firmenvorschriften zu kämpfen.

Den verantwortlichen Bossen empfiehlt der Forrester-Analyst, sich nicht vom Markt-Hype anstecken zu lassen: »Eine Firma muss sich nicht schlecht oder rückständig fühlen, nur weil ihre IT-Belange nicht über Amazon-Dienste abgewickelt werden.« Schließlich gebe es im Markt keine nachweisbare Massenbewegung hin zu IaaS. Erst recht nicht in Europa, wo die Zahlen gegenüber den USA noch stärker hinterher hinken: Kaum 2 Prozent der Firmen sind dem Hype bislang verfallen.