Hacker greifen gezielt Europäische Kommission an

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Offenbar sollen die Abstimmungsgespräche rund um die Situation in Lybien gestört werden, denn diverse Institutionen der Europäischen Union erleben gerade Cyber-Attacken.

Die Europäische Kommission bestätigte heute, dass ihre Systeme diverse Angriffe erleben. Man versuche, mit Sofortmaßnahmen die wichtigsten Daten zu schützen. »Die Kommission und insbesondere der European External Action Service liegen unter Beschuss«, teilte ein Sprecher mit, ohne sich über die Größenordnungen und die Schwere der Angriffe oder den angestellten Schaden auszulassen. Auch die Quelle der Angriffe wurde nicht näher bezeichnet, dürfte aber direkt mit den militärischen Aktionen in Lybien zusammenhängen.

»Es ist in solchen Fällen immer sehr schwierig, die Täter klar zu identifizieren. Wir werden jedenfalls nicht darüber spekulieren«, so der Kommissionssprecher. Intern seien alle Mitarbeiter angewiesen worden, ihre Passwörter zu ändern. Außerdem wurde das Intranet heruntergefahren und der Abruf von externen E-Mails unterbunden.

Rik Ferguson, Euroäischer Direktor von Trend Micro, fühlte sich durch den Ablauf des Angriffs an jene Attacke auf die französische Regierung vor zwei Wochen erinnert, für die angeblich China verantwortlich gewesen sein soll. »Diese Form von Spionage und Verbrechen sind sehr schwer zu entdecken und für fremde Staaten mit weniger Risiko verbunden als die traditionellen Methoden. Das ist eine neue Frontlinie«, schreibt Ferguson in einem Blog-Beitrag.