T-Mobile-USA-Verkauf bedroht Gewinne der Telekommunikations-Zulieferer

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Nokia Siemens Networks, Ericsson und Alcatel-Lucent seien direkt betroffen, kleinere Anbieter müssten ebenso unter dem Geschäft leiden, wähnt Bloomberg.

Nachdem die Deutsche Telekom sich mit AT&T über den Verkauf von T-Mobile USA geeinigt hatte, könnte dies die Telekommunikations-Zulieferer stark treffen, zitiert Wirtschaftsdienst Bloomberg den Analysten Haakan Wranne von der schwedischen Swedbank.

Die 39-Millarden-Dollar-Übernahme, die noch von den US-Kartellbehörden untersucht wird, schafft den größten Telekommunikationsanbieter der USA – was im Endeffekt weniger Aufträge und dünnere Gewinnmargen für Ericsson AB, Nokia Siemens Networks und andere Lieferanten der Telekommunikationsunternehmen bedeuten könnte.

»Jede Fusion dieser Größe wird die Investitionen der Beteiligten immer auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschieben«, spricht Wranne über den Capex (Capital expenditure), und sie steigere die Ausgaben nicht langfristig.

Der größte Kauf in der Mobilfunkindustrie seit 2004 würde etwa 40 Milliarden Dollar an Ersparnissen hervorbringen, erklärte AT&T, vor allem weil die Netzwerke und Funkspektren von AT&T und T-Mobile sich teilweise überlappten und die vormals eigenständigen Firmen diese nicht mehr aufbauen oder erwerben müssten. Für die Lieferanten der Technik wie Ericsson, Nokia Siemens Networks und Alcatel-Lucent hieße dies zudem, dass AT&T nun so groß sei, dass es die Preise diktieren könne. Diese Meinung teilt auch Thomas Langer von der WestLB in Düsseldorf.

Zu den Ausstattern sowohl von AT&T als auch T-Mobile gehörten Ericsson, Nokia Siemens Networks und Alcatel-Lucent.  Nachdem Ericsson 24 Prozent seines Umsatzes bereits in den USA generierte und Alcatel-Lucent sogar 36 Prozent, dürfte es nun langsam zum Stop des in den USA lukrativen Netzausbaus kommen. Der Anbieter von Sendemasten Crown Castle International Corp. (CCI) hat derzeit noch einen Leasingvertrag mit T-Mobile-USA an den Stellen, an denen gleichzeitig auch AT&T aktiv war. Diese Masten werden dann wohl wegfallen – und so sanken auch sofort die Aktienwerte des texanischen Unternehmens.

Bloomberg nennt noch zahlreiche weitere schon jetzt finanziell betroffene Zulieferer – und obwohl die Fusion noch gar nicht von den Behörden genehmigt ist, reagiert die Finanzwelt wie immer etwas überstürzt; die Aktienkurse fallen.

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