Telekom verkauft T-Mobile USA an AT&T

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Die Deutsche Telekom hat sich von ihrem US-Mobilfunkgeschäft getrennt. Dieses steuerte zwar ein Viertel zum Konzernumsatz bei, verlor zuletzt aber massiv Kunden.

AT&T zahlt für T-Mobile USA 39 Milliarden Dollar, davon 25 Milliarden in bar und 14 Milliarden in Aktien. Die Telekom ist dadurch mit acht Prozent am US-Mobilfunker beteiligt. »Wir können uns nun stärker auf den Ausbau der schnellen Netze in Europa und die Entwicklung moderner Internetprodukte konzentrieren«, sagte Telekom-Chef René Obermann.

T-Mobile USA erreichte im vergangenen Jahr zwar einen Umsatz von 21,3 Milliarden Dollar – etwa ein Viertel des Gesamtumsatzes der Deutschen Telekom. Doch das Unternehmen hatte mit einer hohen Kündigungsquote zu kämpfen, so dass wohl massive Investitionen notwendig gewesen wären, um den Netzausbau voranzutreiben und die Abwanderung zur Konkurrenz zu stoppen. Allein im vierten Quartal 2010 liefen T-Mobile USA 318 000 Vertragskunden weg, die gewonnenen Kunden eingerechnet lag das Minus bei 23 000 Kunden.

Aus diesem Grund war bereits über eine Fusion von T-Mobile USA und Sprint Nextel spekuliert worden, durch die die Nummer drei und vier auf dem US-Mobilfunkmarkt zu AT&T und Verizon Wireless hätten aufschließen können. Mit dem Verkauf an AT&T steigt man jedoch komplett aus dem US-Markt aus. Diese sei »die beste Lösung«, meinte Obermann, denn dadurch stärke man die Position der Telekom in Europa. Durch die Beteiligung an AT&T könne man jedoch »weiter am stark wachsenden Geschäft mit dem mobilen Internet in den USA teilhaben«.

Die Transaktion soll im ersten Halbjahr 2012 über die Bühne gehen, noch müssen allerdings das US-Justizministerium und die Federal Communications Commission (FCC) zustimmen. Anschließen will die Deutsche Telekom mit den Einnahmen ihre Verbindlichkeiten um rund 13 Milliarden Euro reduzieren und fünf Milliarden Euro in den Aktienrückkauf investieren.