E-Books in Deutschland noch ein Nischenprodukt

Allgemein

Während Amazon in den USA bereits mehr E-Books als Taschenbücher verkauft, steckt der deutsche E-Book-Markt noch in den Kinderschuhen.

Laut GfK wurden 2010 in Deutschland nur 21 Millionen Euro mit E-Books umgesetzt, das sind gerade mal 0,5 Prozent des gesamten Umsatzes mit Büchern. Einerseits liegt das natürlich daran, dass nur 35 Prozent der deutschen Verlage überhaupt E-Books anbieten. Zum anderen besteht aber auch noch Informationsbedarf, denn gegenüber der GfK hielten sich 54 Prozent der Befragten für nicht oder wenig informiert zum Thema E-Books.

Schon im vergangenen Sommer hatte Pricewaterhouse Coopers die deutsche Buchbranche heftig kritisiert. Das Angebot an E-Books sei zu klein, die elektronischen Bücher viel zu teuer, hieß es damals. Die deutsche Buchbranche drohe, die Digitalisierung zu verschlafen, lautete das Fazit der Wirtschaftsprüfer.

Bei der GfK blickt man dennoch recht optimistisch in die Zukunft und verweist auf das große Potenzial der elektronischen Bücher. So würden nicht nur weitere 18 Prozent der deutschen Verlage in diesem Jahr mit E-Books starten wollen, sondern auch das Interesse in der Bevölkerung wachse. Neun Millionen Bundesbürger interessieren sich für E-Books – zwei Millionen mehr als im vergangenen Jahr.

Der typische E-Book-Käufer ist laut GfK männlich und zwischen 30 und 49 Jahren alt. Er kauft vor allem Belletristik, die 60 Prozent der E-Book-Verkäufe ausmacht, bei gedruckten Büchern dagegen nur auf einen Umsatzanteil von 48 Prozent kommt. Auch Ratgeber erwirtschaften als E-Book (24 Prozent) einen größeren Umsatzanteil als gedruckt (15 Prozent).

Dass die Bundesbürger durchaus bereit sind, für Downloads Geld auszugeben, zeigt ein Blick auf den Download-Markt. Dieser legte 2010 um 54 Prozent auf 417 Millionen Euro zu – allein 151 Millionen Euro machten Musik-Downloads aus. Die 21 Millionen Euro, die E-Books erwirtschafteten, entsprechen einem Anteil von 5 Prozent am Download-Markt.