iPad-Zeitung »TheDaily« soll nach Deutschland kommen

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Bald soll die iPad-Tageszeitung »The Daily« auch in Europa, unter anderem in Deutschland und Frankreich, kommen, gab der Chef für digitale Medien bei News Corp, Jonathan Miller, auf dem Media Summit in Abu Dhabi bekannt.

Voraussichtlich im Juni 2011 und gleichzeitig mit der Android-Version des Digitalblattes sollen die Europa-Versionen kommen. Gerüchte, die der britische Guardian streute  , es werde eine explizite britische Version geben, werden in der Medienbranche jedoch nicht ernstgenommen und auch nicht von der News Corop bestätigt – Weltnachrichten in englischer Sprache können schließlich auch aus den USA kommen.

Geht es nach Miller und nach Rupert Murdoch, soll »The Daily« auf jeden Fall im europäischen Markt etabliert werden – in welcher Form, erwähnt jedoch noch keiner der beiden. In den USA hat TheDaily bereits einen großen Leserstamm, zum Einen, weil die iPad-Zeitung noch kostenlos zu haben ist und zum Anderen, weil die Newsfeeds schon gehackt wurden und als »The Daily: Indexed« schon für Jedermann im Web bereitstehen.

Wenn das Zahlsystem im iTunes Store für The Daily aktiviert wird, könnte die Angabe des hohen Leserstamms schon ganz anders aussehen, und so bezeichnet auch Miller den Tag der Umschaltung als »Moment der Wahrheit«. Doch immerhin hätten schon mehrere tausend Nutzer in den USA ein Jahresbo abgeschlossen.

Ob die hohe Fluktuation in der US-Redaktion von besseren Konkurrenz-Angeboten kommt oder die Mitarbeiter nicht mit dem Druck klarkommen, der in Onlineredaktionen herrscht, ist noch nicht klar. Drei führende Mitarbeiter wechselten die Lager, berichtet Techdirt – den Politik-Journalisten Jon Ward wurde man an die eben von AOL übenommene Huffington Post los, die Reporterin Lauren Bans ist nun ausgerechnet beim Macho-Magazin GQ (»Gentlemens Quarterly«) und die Fernsehkritikerin Heather Havrilesky will ihren Roman fertigschreiben.

Man wolle mehr als 100 Seiten Content am Tag mitsamt hochqualitativen Fotografien und Multimedia-Elementen sowie Verknüpfungen zu sozialen Medien produzieren, erklärte Murdoch noch im Februar auf der Vorstellung des Digitalmediums – wer den Aufwand dahinter sieht, weiß, dass die Anforderungen sehr hoch sind und auch bei einer 100-Personen-Redaktion ganz schön schlauchen können.

Möglicherweise ist das Timing der News Corp aus wirtschaftlicher Sicht ideal: Nach der exzessiven Ausdünnung der Medienlandschaft im Krisenjahr 2009 stehen jetzt genügend deutsche Journalisten bereit, die gute Qualität für vergleichsweise wenig Geld liefern würden.

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