Naturkatastrophe in Japan bedroht Industrieversorgung mit Halbleitern

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Erdbeben und Tsunami haben Silizium-Wafer aus der Produktion und ganze Produktionslinien zerstört, schlimmer aber sei die Unterbrechung der Lieferkette, meinen Marktforscher von iSuppli.

Dass beim Erdbeben Produktionsanlagen zerstört wurden, hat auch langfristige Folgen, erklären verschiedene Analysten. Produktions-Knappheit, Mangel an Rohstoffen und Auslieferprobleme kommen zusammen.

Die Japaner liefern etwa 20 Prozent aller Halbleiter, 15 Prozent der Flash-Speicher und 10 Prozent der DRAM-Chips des Weltmarktes.

Nach dem DRAM-Produktions-Zusammenschluss mit taiwanischen Firmen gegen die Übermacht der Koreaner wollten die Japaner dieser Marktbedrohung entgegentreten. Nun könnten die Koreaner von der Naturkatastrophe profitieren und vor allem die DRAM-Preise diktieren, befürchten Industrie-Insider.

Schlimm, aber verkraftbar für die japanische Industrie seien die Produktionsausfälle: Nur eine Sekunde Stromausfall in einer Fabrik zerstört die ganze Chip-Produktion in den betroffenen Silizium-Wafern. Ganze Produktions-Chargen könnten so ausfallen, meinen Analysten von iSuppli. Betroffen in verschiedenem Ausmaß waren zum Beispiel Fabriken von SanDisk, Freescale und Toshiba. Dutzende von Halbleiterfabriken seien beeinträchtigt, meldet das Wall Street Journal, insbesondere, weil viele Flashspeicherwerke nahe dem Epizenztrum des Bebens lägen. Glücklicherweise seien diese aber alle so konstruiert, dass sie Beben standhalten könnten, der Verlust hielte sich auch hier in Grenzen.

Als wichtigste Wirtschaftsbedrohung aber sieht man bei iSuppli die Unterbrechung der Lieferketten. Zulieferer fänden die notwendigen Rohmaterialien nicht mehr und könnten schließlich ihre Produkte nicht ausliefern. Das würde sich dann, wenn alle Lager leer sind, vor allem in der zweiten Jahreshälfte bemerkbar machen.

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