Eine Stunde in Mobilfunkstrahlung ändert Gehirnaktivität

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Der Streit darum, ob Handystrahlung gesundheitsschädlich ist, geht weiter. Je nachdem, wer Studien dazu in Auftrag gibt, ist das Ergebnis anders. Nun hat das staatliche Gesundheitsamt in den USA selbst getestet. Was das Ergebnis bedeutet, will man aber lieber nicht deuten.

Wissenschaftler des US-amerikanischen National Institute of Health fanden heraus: 50 Minuten Mobilfunknutzung am Stück ändert den Gehirnstoffwechsel an der Stelle, die der Handy-Antenne am nähesten ist. Am Mittwoch soll das Studienergebnis offiziell im »Journal of the American Medical Association« veröffentlicht werden, kündigt das Wissenschaftsmagazin an.

Die Ergebnisse fallen genau in einen Streit zwischen Mobilfunkindustrie und lokalen Behörden in San Francisco, welche im Juni als erste US-Institution einen Grenzwert für Mobilfunkstrahlung festlegten. Die Stadt Burlingame in Kalifornien und der US-Staat Oregon überlegen ähnliche Maßnahmen. Die US-Industrievereinigung CTIA Wireless klagte indes gegen den Erlass der Stadt San Francisco.

Studienleiterin Nora D. Volkow weist sämtliche Einflussnahme von sich und meint, die Ergebnisse seien ohnehin noch zu vorläufig, um eine »klinische Signifikanz« darzustellen – es fehle noch eine Langzeitstudie. Der Glukose-Metabolismus des Gehirns sei aber bei den 47 Probanden an der Stelle neben der Antenne um durchschnittlich sieben Prozent erhöht. Welche Auswirkungen dies haben kann, ist allerdings nicht bekannt.

»Die Ergebnisse zeigen, dass das menschliche Gehirn empfindlich auf die Effekte akuter Mobilfunkbestrahlung reagiert«, schreiben die Forscher in ihrer Studie.

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