ISPs haben kein Interesse am Malware-Schutz

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Auf der RSA-Sicherheitskonferenz wird den Internet Service Providern (ISP) vorgeworfen, ihre Netze überhaupt nicht vom illegalen Treiben bereinigen zu wollen. Grund: Malware bringt gutes Geld.

Insbesondere die SPAM-Verbreiter bringen gutes Geld, so dass der Antrieb gering sei, das Internet sauber zu halten, lautet der allgemeine Vorwurf auf der gerade laufenden Konferenz. »Wir sind einer der größten Anbieter für Sicherheitslösungen, doch nicht einmal wir können ISPs oder Facebook oder andere wesentliche Internetfirmen davon überzeugen, ihre Leitungen sauber zu halten«, resigniert Raimund Genes, Cheftechnologe bei Trend Micro.

Einige Regierungen würden zwar auch schon den Druck erhöhen, doch auch sie erleben eine erstaunliche Zurückhaltung der Provider bei der Übernahme einer Verantwortung für ihren Traffic, ergänzt Genes. Als positive Ausnahmen sieht er Deutschland und Japan, wo es für ISPs die Vorschrift gibt, Malware- und Phishing-Kontrollen einzuführen, was die Infektionsrate messbar gesenkt habe.

George Kurtz, Cheftechnologe bei McAfee, erinnerte daran, dass natürlich auch die Gewohnheiten und Vorlieben der Internet-Kunden mit dem Malware-Niveau zu tun hätten: »Wer ständig Porno-Material downloaded oder eine Vorliebe für Raubkopien und Warez hat, lebt eben gefährlicher.«

Die Security-Firmen waren sich darin einig, dass es in Sachen Online-Polizei noch enormen Nachholbedarf gebe. Wenn russische Hackerbanden teils um die 20 Millionen Dollar im Monat mit ihren Aktivitäten machen und die besten Computertalente anwerben, werde es Zeit für die Staaten, dem entsprechend professionelle Gruppe von Gesetzeshütern entgegen zu setzen. Sonst könne man gezieltes Hacking kaum unterbinden oder die Kontrollserver der Malware- und Zombie-Netze nicht schnell und effektiv genug ausschalten.