Harvard-Wissenschaftler bauen erstes Nano-Computermodul

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Mit einer Nanoverdrahtung auf der Computerplatine könnte ein Rechner locker 100 mal effizienter werden als heutige Technologien.

Ein Forscherteam der Harvard University habe erstmals erfolgreich einen Nanowire-Computer zum Laufen gebracht. Winzige beschichtete Germanium-Drähte in 10-Nanometer-Dicke werden auf verschiedene Metalloxyd-Ebenen verteilt. Die Kreuzungen können elektrisch aktiviert und deaktiviert werden, was auf einer Fläche von 960 Mikrometern immerhin 496 programmierbare Transistoren ergibt.

»Das ist ein riesiger Fortschritt in Sachen Nanocomputing, denn endlich ist es gelungen, komplexe Schaltkreise auf diese Weise aufzubauen«, freut sich Professor Charles Lieber. Die kleinen Nano-Logik-Quader können in Zukunft zu größeren Einheiten verbunden werden, was dann Computer ergibt, die weit mehr können als pure mathematische Rechenfunktionen auszuführen.

»Dieser Durchbruch repräsentiert einen Meilenstein in der Realisierung des Nanocomputers, den sich der Physiker Richard Feynman vor 50 Jahren ausgedacht hat,« lobt James Ellenbogen, Chef-Wissenschaftler bei MITRE. Zwar seien die Schaltkreise noch nicht so zahlreich wie bei modernen Halbleitern, doch dafür verbrauchen sie von Anfang an 100 mal weniger Strom als die existierende Silizium-Technologie. Auch liege es in der Natur der Sache, dass eine Einstellung der Nanowire-Transistoren bestehen bleibt, auch wenn kein Strom mehr fließe. So gehen bei Unterbrechungen keine Daten verloren.