Nokia-Chef: »Runter von der brennenden Ölplattform«

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In einem Memo der internen Mitarbeiter-Plattform verglich Stephen Elop gestern das Unternehmen Nokia mit einer Ölplattform, die zu brennen begann. Man müsse jetzt den Sprung ins tiefe eiskalte Wasser wagen, sonst verbrenne man.

Einige Monate benötigte der neue Nokia-Chef Stephen Elop, bis er begriff, welche internen Gründe mitverantwortlich sind für den unaufhörlichen Niedergang des finnischen Mobiltelefon-Riesen. Zuerst entschied er sich für eine Neustrukturierung , später für den radikalen Rauswurf von Führungskräften.

Nun spricht er in direkten Worten zu seinen Angestellten: »Wir haben im Unternehmen zu wenig miteinander geredet«, sagt er. Elop vergleicht Nokia nun mit einer brennenden Ölplattform und die Mitarbeiter Nokias mit dem von einer Explosion überraschten einfachen Arbeiter der Plattform, der sich schnellstens vor den Flammen retten muss. Ob er nun verbrenne oder einfach ins Wasser springe, entscheide seine Zukunft.

Die erste Explosion auf der brennenden Plattform Nokia sei die Marktveränderung durch Apples iPhone gewesen, danach hätte Google mit Android die Flammen aufzüngeln lassen und schließlich würden die viel schnelleren und preiswerteren Hersteller in China das Feuer weiter anfachen. Kurzum: Elop macht seinen Angestellten klar, dass sich radikal etwas verändern muss und sie schneller reagieren müssten.

Man müsse dabei klar erkennen, dass die Zukunft nur in einem kompletten Ökosystem liege, und nicht mehr nur im Bau von Mobiltelefonen und Software dafür. In seinem Memo erwähnt er bisherige Versäumnisse, nicht aber eine Lösung. Die wolle er am Freitag auf dem Mobile World Congress vorstellen.

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