Microsoft muss auf den App-Zug aufspringen

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Microsoft müsse endlich ein System anbieten, mit dem sich Anwendungen beliebiger Anbieter unter Windows herunterladen, installieren und aktuell halten lassen, meint Andrew Garcia.

Bislang war Microsoft nicht in der Lage, ein einheitliches System für das Ausliefern von Windows-Anwendungen zu schaffen. Dabei hat mittlerweile fast jede andere Plattform – egal ob für den Desktop oder für Mobilgeräte – ihre eigene Version eines App Stores.

Vor einigen Jahren, nach einem Test der damals neuen, zweiten Generation der Windows Server Update Services (WSUS), hatte ich eine lange Diskussion mit meinem künftigen Chef Jason Brooks, wohin sich die Patch-Plattform unserer Meinung nach entwickeln müsste. Wir waren uns einig, dass WSUS und Windows Update die Anwendungen von Drittanbietern unterstützen sollten.

Woran es WSUS fehlt

Jason meinte, die WSUS könnten mit ähnlichen Software-Deployment-Tools für Linux – etwa apt, yum oder smartd – nicht mithalten, weil sie sich auf das Windows-Betriebssystem allein konzentrieren. Mit den Linux-Tools, argumentierte er, könne er einfach ein Software-Repository zu seiner Konfiguration hinzufügen, das es ihm ermögliche, Software aus verschiedenen Quellen herunterzuladen und zu installieren – alles mit dem gleichen Tool.

Ich indes war besorgt über die Zunahme von Update-Tools auf der Windows-Seite. Zu dieser Zeit hatten Software-Anbieter unzählige herstellerspezifische Update-Mechanismen geschaffen, von denen viele einfach im Hintergrund liefen. Ich dachte, die WSUS wären eine brauchbare Möglichkeit für Updates von Nicht-Microsoft-Programmen – schließlich war die Client-Komponente schon in Windows eingebaut und Microsoft-Mitarbeiter ließen den ein oder anderen Hinweis fallen, dass diese Funktionalität in Arbeit sei.

Unglücklicherweise stellte sich im Laufe der Zeit heraus, dass es nur um Support für einige andere Microsoft-Anwendungen und Treiber von Drittanbietern ging statt um die vollständige Unterstützung aller Anwendungen von Drittanbietern.

Apples App Store

Jahre später war Apple mit seinem mobilen App Store erstaunlich erfolgreich und lieferte eine unglaubliche Menge von Software aus – gerade erreichte man die Marke von 10 Milliarden Downloads. So konnte Apple sein Publikum an Geräte und Plattform binden.

Apple wurde zum Innovator, dem alle anderen nacheifern. Der Start des App Stores für den Mac Anfang Januar zeigt, dass ein solcher Marktplatz für Anwendungen wohl auch auf dem Desktop erfolgreich sein kann.

Nur wann wird Microsoft mitmischen? Der Software-Konzern hat es einmal versucht und ist gescheitert – mit dem unter einem schlechten Stern stehenden Windows Marketplace, den man 2008 dichtmachte und der mittlerweile nur noch auf den Microsoft Store verweist.

Der Zune Marketplace bedient vor allem die wiedergeborene Plattform Windows Phone. Bei Windows selbst ist Microsoft weit davon entfernt, es noch einmal zu versuchen, auch wenn App-Store-Funktionen möglicherweise Bestandteil von Windows 8 sein könnten.

Ein Image-Problem

Ich hoffe wirklich, Microsoft findet einen Weg, hier künftig mehr Engagement zu zeigen. WSUS und Microsoft Update beweisen, dass Microsoft weiß, wie man effizient Code an einen Computer ausliefert – allerdings hat man ein Image-Problem. Unter Windows ist das Patchen langweilig und alltäglich – ein notwendiges Übel, das am besten unauffällig und automatisch erledigt wird.

Apple und der App Store lehren uns das Gegenteil: Patchen kann Spaß machen und fördert den Lifestyle, weil das nächste große Ding – etwas von dem du noch gar nicht wusstest, dass du es brauchst – schon vor der Tür steht.

Danke an Apple, die das Patchen sexy gemacht haben. Microsoft muss das noch lernen.