Speicherchips: Japan und Taiwan kämpfen gemeinsam gegen koreanische Übermacht

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Der Preisverfall bei DRAMs habe Japan und Taiwan gezwungen, gegen die südkoreanischen Speichergiganten gemeinsam anzutreten, heißt es in der japanischen Presse.

Viel größer als für die Japaner ist der Gesichtsverlust der Taiwaner beim Kooperationsgeschäft: Die taiwanische Powerchip verkauft den Großteil seiner Chipfabriken an den japanischen Speicheranbieter Elpida und zieht sich auf das reine OEM-Geschäft zurück. Die Japaner bekommen die Fabrik-Kapaziäten, ohne Geld in die Hand zu nehmen: sie übernehmen dafür große Teile von Powerchips Schulden, statt die Fabriken für viel Geld zu erwerben.

Der Verzicht aufs offene DRAM-Geschäft durch die Taiwaner rettet das Überleben beider Unternehmen – immer tiefere Speicherpreise der südkoreanischen Riesen hatten den Fortbestand der Konkurrenz in anderen Ländern bedroht.

Elpida, aus den Chipproduktionen von Hitachi, NEC und Mitsubishi entstanden, habe immerhin noch 16,1 Prozent Anteil am weltweiten DRAM-Markt, Powerchip habe vergangenes Geschäftsquartal nur noch 2,6 Prozent gehabt. Die japanische Presse jubelt nun, dass Elpida so auf 18,7 Prozent Marktanteil käme. Die taiwanische Presse dagegen zeigt nur noch ein angestrengtes  Gesicht von Powerchip-Chef Frank Huang bei der Präsentation der Kooperation.

Die südkoreanischen Riesen Samsung und Hynix dominieren den DRAM-Weltmarkt trotzdem noch, Samsung mit 40,4 und Hynix mit 19,8 Prozent. Um dagegen anzukommen, plant Elpida jetzt noch, zusätzlich mit dem taiwanischen Anbieter ProMOS zusammenzuarbeiten.

Die kleinen Davids der Speicherbranche wollen nun den Kampf gegen die koreanischen Goliaths aufnehmen – schließich nennen Taiwaner und Japaner beide die Koreaner »Pfannkuchengesichter« – das klingt nach einem Ziel für harte Schläge.

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