Google-Vorwurf: Bing kopiert unsere Suchergebnisse

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Google wirft Microsoft vor, bei Bing die Ergebnisse der Google-Suche zu kopieren, und hat, um das zu beweisen, einige Suchanfragen manipuliert.

Die Hintergründe werden im Google-Weblog geschildert. Demnach fiel Google im vergangenen Sommer auf, dass die Microsoft-Suche bei einem falsch geschriebenen Wort zunächst keine Treffer lieferte, später aber genau dieselben wie die Google-Suche, die allerdings den Fehler korrigiert und den Nutzer darauf hingewiesen hatte. Dass Bing nicht auf eine Korrektur des Suchbegriffes hinwies und trotzdem Ergebnisse für die richtige Schreibweise lieferte, schien Google verdächtig – zumal es exakt dieselben beiden Treffer in derselben Reihenfolge waren.

Daraufhin manipulierte Google seine Suche, so dass sie bei 100 ausgedachten Suchbegriffen wie hiybbprqag einen Treffer lieferte, der absolut nichts mit dem Suchbegriff zu tun hatte. Der Begriff tauchte auf der Website nicht auf und wurde auch nirgendwo mit dieser Website als Ziel verlinkt. Anschließend mussten 20 Google-Entwickler mit dem Internet Explorer 8, bei dem man das Feature Vorgeschlagene Sites aktiviert hatte, und installierter Bing-Toolbar die Begriffe mit der Google-Suche suchen. Das überraschende Ergebnis: im Laufe der nächsten Wochen tauchten die Treffer zu den erdachten Begriffen nach und nach auch bei Bing auf – für Google der Beweis, dass Microsoft Google-Ergebnisse einfach übernimmt.

Bei Google geht man davon aus, dass der Internet Explorer 8 beziehungsweise dessen Feature Vorgeschlagene Sites und/oder die Bing-Toolbar Daten über das Surfverhalten des Nutzers an Microsoft übermitteln und dadurch auch die Google-Suchergebnisse. Die Treffer bei Bing seien damit nur eine »billige Imitation« – man würde lieber im Wettbewerb mit echten Suchalgorithmen stehen, die auf Innovationen basieren, statt auf den »recycelten Ergebnissen eines Konkurrenten«.

Microsoft weist die Vorwürfe von sich: der Ranking-Algorithmus von Bing nutze mehr als 1000 verschiedene Signale und Features, die von den Nutzern freiwillig gelieferten Daten würden nur einen kleinen Teil ausmachen. Google habe lediglich einen spionagewürdigen Stunt hingelegt, um Sonderfälle zu schaffen – der kreative Zug eines Konkurrenten, den man als Kompliment verstehe, so der für Bing zuständige Microsoft-Vizepräsident Harry Shum. Die Sonderfälle würden nicht korrekt wiederspiegeln, wie man die Nutzerdaten neben vielen anderen Daten einsetze, um die Suche zu verbessern.