Cloud Computing: Warum kleine und mittelständische Firmen am meisten profitieren

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Um Cloud Computing wird derzeit viel Wirbel gemacht, doch hinter dem Bohei verbergen sich praxisnahe Business-Lösungen, die kleineren Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen können, erklärt Steve Garnett von Salesforce.com

Die wirtschaftlichen Vorteile des Cloud Computing sind wohlbekannt und wurden bereits ausführlich diskutiert. Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) haben sehr schnell erkannt, dass durch die Verlagerung von Anwendungen in die Rechnerwolke Kosteneinsparungen und Effizienzgewinne erzielt werden können.

Cloud Computing entwickelt sich jedoch derzeit rasant weiter, nicht nur in technisch-funktionaler Hinsicht, sondern auch hinsichtlich seiner Einsatzbereiche, die auf innovative Weise weiter ausgedehnt werden. Immer mehr KMUs erkennen, was für ein gewaltiges Potenzial in der Wolke steckt. Doch viele tun schon den nächsten Schritt und erstellen nun ihre eigenen Applikationen, die sie genau auf die besonderen Anforderungen ihres Unternehmens zuschneiden.

Auf der ganzen Welt verwenden Software-Entwickler nun Cloud-Plattformen zur Realisierung von Geschäftsanwendungen, darunter Applikationen wie Enterprise Resource Planning (ERP), Personalplanung (HRP) und Supply Chain Management (SCM).

Diese Art der Software-Entwicklung kommt besonders kleinen und Startup-Unternehmen zugute. Sie sind dadurch in der Lage, schnell und flexibel zu agieren, sie können ihre Betriebsabläufe optimieren und Markteinführungszeiten kurz halten, außerdem sind die Kunden zufriedener und der Geschäftserfolg wird angekurbelt. Infolgedessen können diese Unternehmen ihre Innovationskompetenzen voll ausspielen und sich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Schnelle Markteinführung

Für die meisten Start-Up-Unternehmen sind die ersten Geschäftsmonate und -jahre die schwersten. Untersuchungen belegen, dass mehr als 50 Prozent der Kleinfirmen im ersten Jahr Insolvenz beantragen und 95 Prozent innerhalb der ersten fünf Jahre. Geschäftsanfänger machen oft den Fehler, sich neuen Technologien gegenüber zu verschließen, anstatt ihr Potenzial effektiv und geschäftsfördernd zu nutzen. In einer sich rasch wandelnden Business-Landschaft sind diejenigen Firmen erfolgreich, die erkennen, welche Möglichkeiten ihnen neue Unternehmenslösungen bieten, betriebliche Effizienzsteigerungen zu erzielen.

Eine ganze Reihe von KMUs haben momentan die neuesten cloud-basierten Entwicklungsplattformen im Einsatz, um dadurch auf schnelle Weise geschäftskritische Applikationen für Kunden umzusetzen. Infolgedessen benötigen Jungunternehmer weniger Startkapital zur Geschäftsgründung und können frühe Erfolge bei Kunden wesentlich schneller erzielen, als dies mit herkömmlichen Entwicklungsmethoden der Fall wäre.

Dieser Ansatz ermöglicht es den KMUs insbesondere, rasch eine erste Version der wichtigsten Anwendungen an den Kunden zu liefern. Dann können in nachfolgenden Programmversionen schnell weitere Funktionen nachgerüstet werden, was die Kundenzufriedenheit und den Erfolg steigert. Tatsache ist, dass laut manchen Schätzungen KMUs mithilfe cloud-basierter Technologien Softwareprodukte zirka fünf Mal schneller und um die Hälfte billiger entwickeln können als mit herkömmlichen Entwicklungsumgebungen. Zusätzlich profitieren KMUs von den ständigen Innovationszyklen, wodurch sie dem Wettbewerb einen Schritt voraus sind.

Harmonisches Arbeiten

Diese Entwicklungsplattformen müssen, sofern sie die flexiblen Geschäftsprozesse der KMUs langfristig voll unterstützen wollen, leicht zu bedienen sein. Außerdem darf sich die Integration in die existierende IT-Infrastruktur eines Unternehmens nicht zu kompliziert gestalten. Es gibt derzeit auf dem Markt Cloud-Computing-Plattformen, die »kompromisslose Anpassbarkeit an spezifische Kundenbedürfnisse« bieten: schnelle und einfache Anpassung der Lösung an die Besonderheiten der Geschäftsprozesse eines Unternehmens, wobei die tiefere Integration als Option erhalten bleibt für den Fall, dass dies zu einem späteren Zeitpunkt nötig sein sollte. Die Leitlinie sollte immer sein, einfache Modifikationen einfach durchführbar zu machen. Komplexe technische und funktionsbezogene Anforderungen sollten sowohl erreichbar als auch zugänglich gemacht werden.

Eines der Hauptziele einer jeden erfolgreichen IT-Strategie sollte es sein, verschiedenste Applikationen auf einfache Weise unter einem Dach zu vereinen. Für viele KMUs ist dies jedoch ein hochgestecktes Ziel, das dennoch nicht als unerreichbar abgehakt werden sollte. Cloud-Services, in die offene, standardisierte Internet-Schnittstellen integriert sind, die auf SOAP und REST beruhen, können per Webservice angesprochen werden und ermöglichen dadurch die Kommunikation auch innerhalb heterogener Systeme. KMUs können auf diese Weise ihre innerbetriebliche Organisation mit ihren strategischen Zielen in Einklang bringen, um so einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen.

Es ist ein Merkmal der besten Software-Entwicklungsumgebungen, dass sie den KMUs nicht nur ermöglichen, neue Anwendungen zu erstellen, sondern dass sie auch den Aufwand verringern, der normalerweise mit der Integration von Cloud-Computing-Anwendungen in die existierende IT-Landschaft einhergeht.

Ein neuer Ansatz

Mit der Zeit wurde die herkömmliche Entwicklung von Geschäftsanwendungen sowie ihr praktischer Einsatz immer komplexer und mühsamer, besonders für KMUs. Es gibt einfach zu viele Einzelkomponenten, die gekauft, installiert, konfiguriert und gepflegt werden müssen – dies bezieht sich auf Hardware und Software. Darüber hinaus erfordert die gesamte Infrastruktur technisches Fachwissen und ständige Pflege, damit das System wie am Schnürchen läuft. Das Cloud-Computing-Konzept, gebündelt mit einer flexiblen Software-Entwicklungsumgebung, bietet die Lösung für dieses früher kaum behebbare Problem.

Software-Entwickler, die bei einem kleinen oder mittleren Unternehmen beschäftigt sind, benötigen lediglich eine Internet-Verbindung, um Zugriff auf eine Entwicklungsumgebung zu erhalten, die alle erforderlichen Werkzeuge und Ressourcen vorhält. Ganze Firmensoftware-Suiten können auf diese Weise entwickelt werden, ohne dass Kosten für die Anschaffung einer lokal installierten Entwicklungsumgebung anfallen, deren Wartung sich oftmals komplex gestaltet. Dadurch kann schneller auf Benutzeranfragen reagiert werden und die IT-Umgebung bietet dem Unternehmer die nötige Flexibilität, um das zukünftige Wachstum zu sichern sowie kurzfristig Geschäftschancen wahrzunehmen.

 

Steve Garnett ist Chairman EMEA bei Salesforce.com