Medien kopieren Wikileaks-Konzept

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Die anonyme »digitale Babyklappe für Informanten«, wie es ein Kollege nannte, wurde schon bei Al Jazeera und neuerdings bei der New York Times eingeführt. Sie alle wollen offenbar nicht mehr abhängig sein vom »dubiosen« Netzwerk.

Den Begriff der »Babyklappe für Informanten« erfand intern.de-Autor Wolfgang Bleh und räsonierte über eine notwendige Korrektur in der Medienlandschaft.

Die Ursache: Anfang Januar öffnete der arabische Nachrichtensender Al Jazeera seine »Al Jazeera Transparency Unit«, um etwas Vergleichbares zu Wikileaks zu bieten. Angeblich will nun auch die New York Times »etwas Eigenes« in diesem Zusammenhang bringen.  und auch die Washington Post überlege, so etwas zu starten.

Die New York Times, von Wikileaks-Mitgliedern nicht gerade geliebt, wird von diesen häufig als »Sprachrohr der Regierung« gegeißelt – sie will offenbar gerade deshalb etwas Eigenes. Ist Wikileaks ist in den Augen der NYT also »kommunistisches Machwerk«?

Der Nachrichtensender Al Jazeera hatte am Sonntag bereits fast 1700 – oft unfreiwillig komische – Dokumente zu Verhandlungen zwischen Israel und Palästina veröffentlicht. Möglicherweise stammen die »Palestine Papers« aus Kreisen des israelischen Geheimdienstes Mossad. Auch heute noch sollen neue »Papers« folgen.

Solche über die Website anonymisierten und verschlüsselten Daten zeigen offenbar der Presse, dass ihr Informantenschutz irgendwo am Ende ist – auch aus Deutschland sind Fälle bekannt, in denen der Geheimdienst Journalisten bespitzelt hatte. Doch eine Website, die Daten automatisch schützen kann, umgeht derartige Bespitzelungen erst einmal.

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