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Medien kopieren Wikileaks-Konzept

Die anonyme »digitale Babyklappe für Informanten«, wie es ein Kollege nannte, wurde schon bei Al Jazeera und neuerdings bei der New York Times eingeführt. Sie alle wollen offenbar nicht mehr abhängig sein vom »dubiosen« Netzwerk.

von Manfred Kohlen 3

Den Begriff der »Babyklappe für Informanten« erfand intern.de-Autor Wolfgang Bleh und räsonierte über eine notwendige Korrektur in der Medienlandschaft.

Die Ursache: Anfang Januar öffnete der arabische Nachrichtensender Al Jazeera seine »Al Jazeera Transparency Unit«, um etwas Vergleichbares zu Wikileaks zu bieten. Angeblich will nun auch die New York Times »etwas Eigenes« in diesem Zusammenhang bringen.  und auch die Washington Post überlege, so etwas zu starten.

Die New York Times, von Wikileaks-Mitgliedern nicht gerade geliebt, wird von diesen häufig als »Sprachrohr der Regierung« gegeißelt – sie will offenbar gerade deshalb etwas Eigenes. Ist Wikileaks ist in den Augen der NYT also »kommunistisches Machwerk«?

Der Nachrichtensender Al Jazeera hatte am Sonntag bereits fast 1700 – oft unfreiwillig komische – Dokumente zu Verhandlungen zwischen Israel und Palästina veröffentlicht. Möglicherweise stammen die »Palestine Papers« aus Kreisen des israelischen Geheimdienstes Mossad. Auch heute noch sollen neue »Papers« folgen.

Solche über die Website anonymisierten und verschlüsselten Daten zeigen offenbar der Presse, dass ihr Informantenschutz irgendwo am Ende ist – auch aus Deutschland sind Fälle bekannt, in denen der Geheimdienst Journalisten bespitzelt hatte. Doch eine Website, die Daten automatisch schützen kann, umgeht derartige Bespitzelungen erst einmal.

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Letzter Kommentar




3 Antworten zu Medien kopieren Wikileaks-Konzept

  • 26. Januar 2011 à 14:58 von Wolfgang Bleh

    ich wusste gar nicht, dass wir “Kollgen” sind. Richtige “Kollgen” setzen nämlich Links, wenn sie sich zitieren :(

    • 26. Januar 2011 à 15:09 von Manfred Kohlen

      Hallo Kollege. Wo du Recht hast, hast du recht. Dass wir in Vorspännen aus technischen Gründen oft nur noch automatisierte Links stehen haben – und die händischen nicht – ist nervig. Natürlich baue ich den Link mit weirterem Text dazu in den Artikel ein, denn auch ich bin für seriösen Onlinejournalismus – was man von den meisten Websites (auch die mit ganz großen Namen) leider häufig nicht mehr sagen kann.

      • 26. Januar 2011 à 16:29 von Wolfgang Bleh

        merci, so ausführlich hätte ich das gar nicht erwartet ;) Was das allgemeine Problem angeht, meinte mein oller Prof immer “die Wissenschaft das ist und bleibt, wenn einer ab vom anderen schreibt”. Das passt heute immer noch und im Internet erst recht.

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