Huawei verklagt Motorola

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Huawei will den Transfer von eigenem »geistigem Eigentum« verhindern: Motorolas Sparte für Mobilfunknetzausrüstung arbeitet mit Huawei-Technik und wird von Nokia Siemens Networks übernommen.

Der chinesische Netzwerkausstatter Huawei hat bei einem US-Bezirksgericht Klage gegen Motorola eingereicht (PDF der Klageschrift hier), »um den Transfer von Huaweis geistigem Eigentum von Motorola an NSN im Rahmen der Übernahme von Motorolas Sparte für Mobilfunknetzausrüstung durch Nokia Siemens Networks zu verhindern«, formuliert das Unternehmen die Begründung für seinen Schritt.

»Vielleicht hat man nur Angst, dass Siemens das wiederbekommt, was Huawei einst von uns gestohlen hat«, lästert ein Telekommunikations-Ingenieur (aus der Zeit der Siemens/Huawei-Kooperation in den 90er-Jahren) gegenüber itespresso.de, ohne jedoch konkrete Beispiele zu nennen. Doch egal, wer Informationen von wem bekommen hat: Huawei investiert nun massiv in seine Anwälte, um sich Marktanteile zu sichern.

NSN möchte den Erwerb von Motorolas Sparte für Mobilfunknetzausrüstung für 1,2 Milliarden US-Dollar abschließen – was Huawei nun verhindern könnte. Im Rahmen einer Kooperation habe Huawei Motorola Zugriff auf vertrauliche Informationen und Produkte gewährt, die von Huawei-Ingenieuren entwickelt worden wären, behauptet der chinesische Telekommunikationsikonzern: »Seit im Juli 2010 bekannt wurde, dass NSN die Netzwerksparte von Motorola übernehmen wird, hat Huawei versucht, sicherzustellen, dass Motorola diese vertraulichen Informationen nicht an NSN weitergibt. Motorola ist eine solche Unterlassungserklärung jedoch bisher schuldig geblieben. Sollten geistiges Eigentum von Huawei und vertrauliche Informationen an Dritte übergehen, wird Huawei einen irreparablen wirtschaftlichen Schaden erleiden«.

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