Googles Abschaffung von H.264 erzürnt Microsoft und andere

MS und andere halten Googles Abschaffung des Videocodecs für despotisch.

von Manfred Kohlen 1

Google wolle »nur offene Standards« unterstützen, hieß es in Googles Ankündigung, künftig im eigenen Browser kein H.264 mehr zu unterstützen. Dabei handelt es sich noch um den meistverbreiteten Videocodec im Internet – die Lizenz ist frei, solange die Software, die H.264 verwendet, auch nichts kostet.Google will Chrome künftig mit dem eigenen Standard WebM ausstatten.

Der Internet-Riese wolle ja nur die Kosten für den Betrieb von YouTube senken, spekuliert Jason Perlow von ZDNet – es gehe um die Infrastrukturkosten des Videodienstes. Noch verärgerter reagierte nun Microsofts Evangelist Tim Sneath, der  der eine Twitter-Nachricht zu Googles »Despotismus« schrieb und darin auf einen Blog-Eintrag verlinkte, in dem er die Tatsache mit einer Vorschrift verglich, die englische Sprache durch Klingonisch zu ersetzen. Seine Überschrift »An Open Letter From the President of the United States of Google« zeigt, wie verärgert Sneath ist.

Auch die ausgestoßene Lizenzgeberin des H.264-Codecs MPEG LA meldete sich zu Wort und verglich den Schritt mit Apples Abkehr von Flash. Das Blog Ars Technica nannte es einen Schritt rückwärts und AOL-Tochter TechCrunch erklärte, dass H.264 zwei Drittel der Videos im Web decodiere. WebM dagegen werde gerade unterstützt von Adobe, Mozilla, Opera und wenigen anderen.

Kurzum: Es geht um die Zukunft des Web und alle Beteilgten streiten sich derzeit lautstark um die Details.

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Eine Antwort zu Googles Abschaffung von H.264 erzürnt Microsoft und andere

  • 10. Februar 2011 à 11:15 von giacomo

    google befindet sich zurzeit auf einem Zick-Zack Kurs sondergleichen, was soeben auch bei den Link- und Bannerkauf Blog Abstrafungen passiert ist zeigt eigentlich auf, daß in dem Unternehmen keine klare Linie existiert. Unter dem Deckmantel Webspam abzustrafen hat man auf einen Schlag die Linkbuilder in der SEO Branche entwertet. Das Webspam entfernen ist aber nicht passiert, siehe hier. Man kann deutlich erkennen, daß auf Seite 1 auf Position 3 schon Cracks angeboten werden – kein Wunder also, daß der Softwareentwickler sein Produkt lieber um -70% anbietet bevor es sich jemand gecrackt runterlädt.

    Wahrscheinlich hat man zuviel Geld mit den Nutzern verdient und ist intern nicht schlüssig / einig wie und wo es überhaupt weiter geht. Es gibt bei google eben zuviele offene Baustellen und halbfertige Produkte.

    Mir scheint es fast so: ein Fortschritt und dafür gleich wieder ein Rückschritt. Schade drum.

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