Die Vorherrschaft von Windows bröckelt

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Aktuelle Daten lassen vermuten, dass der Gesamtmarktanteil von Windows bei den Betriebssystemen demnächst unter die 90-Prozent-Marke sinkt. Das Zeitalter der absoluten Dominanz scheint langsam vorbei.

Windows könnte dem Schicksal des Webbrowsers Internet Explorer folgen: Von seiner flächendeckenden Omnipräsenz sackte der IE binnen weniger Jahre ab und muss in Europa gerade die Führung an Konkurrent Firefox abgeben.

Davon ist Windows noch meilenweit entfernt, doch auch hier gibt es erste Zeichen der Schwäche: Von 93,74 Prozent Marktanteil im Februar 2009 ging es leicht aber stetig abwärts auf 90,29 Prozent im Dezember 2010, so die gerade veröffentlichten Daten von Net Applications. Das Besondere an dieser Statistik: Sie erfasst alle mobilen und stationären Betriebssyssteme.

»Setzt sich der Trend fort, werden wir noch in diesem Jahr einen Windows-Anteil von unter 90 Prozent erleben«, ist sich Marketingchef Vince Vizzaccaro sicher. Der exakte Zeitpunkt hänge von diversen Marktkräften ab. Theoretisch könnte es schon nächsten Monat so weit sein. Der sich aktuell anbahnende Tablet-Boom dürfte dafür sorgen. Auch die Smartphones mit ihrer wachsenden Leistung deuten in diese Richtung, zumal hier Microsoft trotz der Einführung von Windows Phone 7 einen schweren Stand habe.

Einen Schritt weiter geht IT-Analyst Jack Gold, der jüngst im Portal TheStreet.com die Aussicht verbreitete, dass schon 2013 stolze 67 Prozent aller Internetzugriffe über Browser erfolgen dürfte, die nicht auf einem klassischen PC-System laufen. Vor allem mobile Geräte unter Linux (nebst Derivaten), Android oder einem der vielen anderen Betriebssysteme werden für den Großteil des Internet-Traffics verantwortlich sein, glaubt Gold. Dann wäre die Microsoft-Vorherrschaft endgültig gebrochen. Neue Standards wie WebKit und HTML5 stehen dann für die Programmierer im Mittelpunkt ihrer Bemühungen.