Windows 8 kommt wohl nicht vor 2013

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Microsofts jüngstes Vorhaben, künftig auch ARM-Prozessoren mit seinen Betriebssystemen versorgen zu wollen, stellt die Windows-8-Entwickler vor eine enorme Herausforderung, warnen Branchenbeobachter.

Per Webcast warnen drei Analysten (ehemalige MS-Mitarbeiter) des Informationsdienstes »Directions on Microsoft«, dass die Ankündigung einer ARM-Integration in den kommenden Windows-Kernel 8 die Fertigstellung locker bis 2013 verzögern dürfte. Von den Auswirkungen auf den PC-Markt und auf Dritthersteller ganz zu schweigen.

Zweifelnde Stimmen sind von etlichen Branchenanalysten zu hören, seit Microsoft seinen Sinneswandel während der CES in Las Vegas bekannt gab. »Selbst wenn sie hinter den Kulissen schon seit einem Jahr an ihrem ARM-Plan arbeiten sollten, haben sie noch einen langen Weg vor sich«, stimmt Wes Miller zu, führender Analyst für Server-Apps. Die zusätzliche Plattform brauche nämlich auch noch neue Gerätetreiber. Wie das zu der jüngsten Strategieänderung, mit Windows 8 wieder mehr auf Spiele-Support setzen zu wollen, vereinbar sein soll, darüber äußerte sich Microsoft noch gar nicht.

Michael Cherry, führender Plattform-Analyst, wirft einen Blick in die Vergangenheit und erinnert daran, dass Windows auch schon auf ganz andere Prozessoren lief, darunter MIPS, Power PC und Itanium. Die Portierung auf den 64-bit-Itanium-Prozessor hatte 26 Monate gedauert. Windows NT vollständig fit für x86 zu machen, hatte drei Jahre verschlungen. Daraus leitet Cherry ab, dass die Microsoft-Entwickler wenigstens zwei Jahre harter Kodierungsarbeit vor sich haben, bevor Windows 8 ARM-kompatibel sein würde.

Jeder Programmentwickler stehe dann künftig vor der schwierigen Entscheidung, für welche der beiden Win-8-Plattformen er seine App optimieren will. Außerdem müsse Microsoft dann noch dafür sorgen, mit der eigenen Software in der ARM-Welt Erfolge zu erzielen, merkt Cherry an.